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Corona-Intensivstation : „Sie haben einen sehr langen Weg vor sich“

Bange Blicke auf den Monitor: Ärzte auf der Intensivstation an der Universitätsklinik Frankfurt Bild: Frank Röth

Wenn Corona-Patienten auf der Intensivstation aus dem Koma erwachen, sind keine Angehörigen da, um die Erinnerungslücken zu schließen. Ein Ritual soll helfen.

          6 Min.

          Tagebuch schreiben ist eigentlich nichts für Kai Zacharowski. Seit einigen Wochen macht er es trotzdem. Nicht für sich, sondern für seine Patienten. Mal sind es hoffnungsvolle, mal sorgenvolle Zeilen, die er niederschreibt. Zacharowski ist Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie der Uniklinik. Er leitet die vom restlichen Klinikbetrieb hermetisch abgetrennte Intensivstation, auf der infizierte Corona-Patienten behandelt werden. Viele von ihnen werden künstlich beatmet. Von dem Tag an, an dem eine Maschine die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff übernimmt, liegt ein Tagebuch am Bett der Patienten.

          Marie Lisa Kehler

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das medizinische Personal ist aufgerufen, darin kurze Nachrichten zu hinterlassen. Diese sollen den Patienten später helfen, die Tage oder Wochen, in denen sie nicht bei Bewusstsein waren, zu rekonstruieren. „Die Menschen haben Erinnerungslücken, denen fehlt ein Teil ihres Lebens“, sagt Robert Blase, Leiter des Pflegeteams der Intensivstation. Das Tagebuch könne den Patienten später bei der psychischen Verarbeitung helfen.

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