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Maskenpflicht im Nahverkehr : Corona-Infektionen steigen in Hessen um ein Prozent

Verpackt: Krankenschwester am Uni-Klinikum Gießen und Marburg im Corona-Einsatz Bild: AFP

Abermals sind in Hessen weniger als 100 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Das Plus im Vergleich zu Montag liegt bei einem Prozent. 5100 Hessen gelten als genesen. Es sind aber weitere Tote zu beklagen.

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          Über Nacht sind in Hessen weitere 77 bestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet worden. Im Vergleich zum Montag ist das ein Plus von einem Prozent. Insgesamt gibt es nunmehr 7305 registrierte Fälle, wie das Sozialministerium mitteilt. Die Zahl der verzeichneten Todesfälle in Verbindung mit dieser Epidemie stieg um elf auf 257.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Zahl der Neuinfektionen sinkt seit Tagen tendenziell und dabei merklich. Von Sonntag auf Montag waren 81 neue Fälle registriert worden, von Samstag auf Sonntag waren 164. Davor waren es 160 und von Donnerstag auf Freitag sogar 233 gewesen.

          Dessen ungeachtet will Hessen nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa eine Maskenpflicht einführen. Die solle für Geschäfte und den öffentlichen Nahverkehr gelten. Zuvor hatte Hanau eine Maskenpflicht eingeführt und auch die Frankfurter Rathaus-Koalition eine befürwortet, allerdings auch eine landeseinheitliche Regel gefordert.

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          Wie aus dem täglichen Corona-Bulletin des Sozialministeriums weiter hervorgeht, sind 909 der 7305 bestätigten Fälle in den vergangenen sieben Tagen gemeldet worden. 176 davon entfallen demnach auf die Stadt Frankfurt, in der bisher offiziell 1096 Coronavirus-Infektionen verzeichnet worden sind. Dagegen kommt Offenbach nur auf alles in allem 70, Darmstadt auf 160 und Wiesbaden auf 282. Im Main-Taunus-Kreis sind 219 Fälle bekannt und im Hochtaunus fünf mehr. In der Wetterau sind 245 registriert, im Main-Kinzig-Kreis 489, im Landkreis Offenbach 399 und im Kreis Darmstadt-Dieburg 337. Neben den Krankenhäusern sind 50 Schwerpunktpraxen für Corona-Patienten da (siehe Kasten).

          Das in der Seuchenbekämpfung federführende und beim Bundesgesundheitsministerium angesiedelte Robert-Koch-Institut hatte am Morgen mit Stand Mitternacht über insgesamt 7231 Infektionen seit Beginn der Aufzeichnungen zu Anfang März berichtet, darunter 51 neue Fälle. Das entspricht einer Zunahme von 0,75 Prozent. Die Zahl der Corona-Opfer gab das RKI mit 251 an, 20 mehr als am Vortag. 5100 Hessinnen und Hessen gelten laut RKI als genesen von einer Corona-Infektion. Das sind etwa 200 mehr als zuvor. Das Sozialministerium hatte am Montag Nachmittag indes schon alles in allem 246 Tote gemeldet.

          Mehr Todesfälle als Hessen haben, in dieser Reihenfolge, Bayern und Baden-Württemberg mit jeweils mehr als 1000, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen zu beklagen. Das benachbarte Rheinland-Pfalz kommt mit 116 auf weniger als die Hälfte im Vergleich zu Hessen, Thüringen sogar nur auf 55.

          Bei den Infektionen unter 100.000 Einwohnern liegt Hessen mit 115 im Mittelfeld. Rheinland-Pfalz weist einen Wert von 136 auf, Niedersachsen 114 und Bayern 293.

          Das Sozialministerium veröffentlicht täglich eine detaillierte Übersicht der Corona-Entwicklung, aufgeschlüsselt nach Landkreisen und kreisfreien Städten. Es bezieht sich dabei auf Zahlen des Robert-Koch-Instituts und des Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamts im Gesundheitswesen beim Regierungspräsidium Gießen, dem die Gesundheitsämter die jeweils neuen Fälle melden müssen. Das Landesamt verfügt somit bisher über etwas neuere Zahlen als das RKI.

          Allerdings hat es vor Wochenfrist mitgeteilt, ein neues Auswertungstool des RKI zu übernehmen. Dadurch sollte es keine Abweichungen bei den Daten mehr geben. Das aktuelle Bulletin aus Wiesbaden finden Sie hier.

          Mehr als 50 Corona-Schwerpunktpraxen in Hessen

          Im Kampf gegen die Corona-Pandemie gibt es in Hessen inzwischen 52 Schwerpunktpraxen, in denen infizierte Patienten oder Verdachtsfälle behandelt werden können. Das teilte das Sozialministerium am Dienstag in Wiesbaden mit. Zu ihrer Unterstützung gebe es noch rund 400 weitere Praxen, die infizierte Patienten versorgen, jedoch nicht als Schwerpunktpraxis angemeldet sind. Sechs von sieben Patienten könnten ambulant behandelt werden, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, Frank Dastych.

          „Wir werden hier den Bedarf genau beobachten und deren Zahl flexibel anpassen“, erklärte Dastych zu den Schwerpunktpraxen. „Mit ihnen können wir die Krankenhäuser weiterhin für die Behandlung schwerer Fälle freihalten.“ Die gute ambulante Versorgung sei ein Grund dafür, dass es dramatische Szenarien, wie man sie aus anderen Ländern kenne, in Hessen nicht gebe. (dpa)

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