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Frankfurt sticht heraus : Nach Atempause wieder steiler Anstieg neuer Corona-Fälle

Hoffnungsträger: Dieses Schild in Bad Homburg soll Mut machen Bild: Frank Rumpenhorst

Nach der „Montagsdelle“ stehen für Hessen fast drei Mal so viele neue Covid-19-Fälle zu Buche wie am Vortag. Frankfurt sticht heraus. Die Zahl der weiteren Corona-Toten ist sogar um das Sechsfache gestiegen.

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          Nicht mehr als eine kurze Atempause hat der Absturz der Zahl der am Montag gemeldeten neuen Corona-Fälle und der weiteren Covid-19-Opfer in Hessen bedeutet. Das machen die neuen Daten vom Robert-Koch-Institut klar. Demnach sind nach 552 nun 1556 neue bestätigte Fälle bekannt geworden. Frankfurt sticht dabei heraus. Und nach sechs Todesfällen im Zusammenhang mit der Pandemie hat die Behörde über Nacht 38 Opfer der Infektion, die eine Lungenkrankheit auslöst, verzeichnet.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Aber nicht nur das: Hessen ist sowohl bei den Neuinfektionen als auch den weiteren Todesfällen überproportional betroffen, gemessen an den Zahlen im Bund. Die 1556 Fälle machen 11,5 Prozent der gemeldeten Neuinfektionen in ganz Deutschland aus. Dagegen stellt Hessen nur acht Prozent der Gesamtbevölkerung. Bei den neu verzeichneten Todesfällen kommt das zentral gelegene Bundesland sogar auf einen Anteil von gut 15 Prozent.

          Wie sich der Internetseite des Robert-Koch-Instituts weiter entnehmen lässt, liegen nur zwei Landkreise nicht auf der höchsten Warnstufe nach dem Eskalationskonzept des Landes (siehe Grafik). Das sind die Bergstraße und der Vogelsberg. Die Bergstraße kommt auf gut 62 Fälle binnen Wochenfrist unter 100.000 Einwohnern, der Vogelsberg weist eine sogenannte Inzidenz von knapp 100 auf. Frankfurt kommt auf 240 und Offenbach als einer der Hotspots in Deutschland auf 278, wobei ein scharfer Abschwung um fast 30 Punkte auffällt und in Frankfurt umgekehrt ein steiler Anstieg um sogar gut 60 Punkte. Für Frankfurt stehen schlagartig 551 neue Fälle sowie zwölf weitere Todesfälle zu Buche. Erläutert wird dieser Anstieg nicht. Die Stadt weist dabei für sich fünf Dutzend Fälle mehr aus als das RKI. Wie Gesundheitsamts-Leiter Gottschalk im F.A.Z.-Interview sagt, soll es zwei Impfzentren in der Stadt geben. Für den Landkreis Offenbach steht eine Inzidenz von 217 zu Buche.

          Bisher haben sich fast 77.900 Menschen in Hessen mit dem Coronavirus angesteckt. Etwa 49.600 von ihnen gelten als genesen, 1500 mehr als zu Wochenbeginn. Allerdings schätzt das RKI genannte Institut diese Zahlen nur, denn sie werden nicht amtlich erhoben. Wer nach 14 Tagen nicht ärztlich behandelt wird, gilt als genesen. So lautet die Faustregel. 1071 Todesfälle gibt es seit März zu beklagen. Das heißt: Gut 27.200 Fälle sind noch aktiv, also nicht ausgestanden.

          „Die 7-Tage-Inzidenz liegt in den Bundesländern Bayern, Berlin, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen über der bundesweiten Gesamtinzidenz“, mahnt das RKI. Der zentrale Corona-Kennwert in der älteren Bevölkerung nimmt demnach weiter zu. Da ältere Menschen häufiger einen schweren Verlauf durch Covid-19 aufwiesen, steige ebenso die Anzahl an schweren Fällen und Todesfällen.

          Das hessische Sozialministerium veröffentlicht täglich eine Übersicht der Corona-Entwicklung, aufgeschlüsselt nach Kreisen und kreisfreien Städten. Es bezieht sich dabei auf Zahlen des RKI. In den ersten Wochen der Pandemie berücksichtigte es auch Daten des Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamts im Gesundheitswesen beim Regierungspräsidium Gießen, dem die Gesundheitsämter die jeweils neuen Fälle melden müssen. Um Einheitlichkeit herzustellen, nimmt das Ministerium nun nur noch die RKI-Angaben.

          Aus Frankfurter Sicht ist grundsätzlich wichtig: Die am Flughafen genommenen positiven Tests werden nicht der Stadt zugeordnet. Vielmehr schlagen sie sich nach Angaben des Sozialministeriums in der Statistik des Gesundheitsamts nieder, das für den jeweiligen Reiserückkehrer zuständig ist. Das kann auch das Frankfurter Amt sein oder ein anderes in Hessen, aber eben auch eine Behörde in einem anderen Bundesland.

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