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Hessische Landesregierung : Stufenplan wird verlängert

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Teurer Piks: Ein Impfung im Impfzentrum kostet deutlich mehr als beim Hausarzt. Bild: Frank Röth

Um die Erfolge im Kampf gegen die Pandemie nicht zu gefährden, wird der Stufenplan der hessischen Landesregierung bis Ende Juni verlängert. Hessens Kassenärzte kritisieren die Impfkosten in Impfzentren.

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          Der Stufenplan der hessischen Landesregierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie wird nach einem Beschluss des Kabinetts bis zum 27. Juni verlängert. „Die Inzidenzzahlen in Hessen sinken. Wir sind auf einem guten und hoffnungsvollen Weg und dürfen vorsichtig optimistisch sein“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Mittwoch. Um die Erfolge nicht zu gefährden, würde der Plan weiter fortgeführt.

          Zudem wurden einige Anpassungen festgelegt: So darf im Rahmen von Gottesdiensten wieder im Freien gesungen werden. Kinder- und Jugendarbeit ist in Gruppen bis 20 Menschen (Stufe 1) bzw. bis 50 Menschen (Stufe 2) möglich. Zudem werden bei Besuchsbeschränkungen in Krankenhäusern Geimpfte und Genesene nicht mehr mitgezählt.

          In zwei Kreisen gilt Stufe 2

          Der Stufenplan regelt Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Voraussetzung für Stufe 1 ist, dass die Sieben-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche) an fünf aufeinander folgenden Werktagen unter 100 sinkt. Dann wird beispielsweise die Außengastronomie mit Auflagen geöffnet. Die zweite Stufe greift, wenn die Inzidenz nach der Stufe 1 weitere 14 aufeinanderfolgende Tage unter 100 liegt oder sobald sie fünf aufeinanderfolgende Tage lang die Zahl 50 unterschreitet.

          Seit Dienstag befinden sich hessenweit 14 Kreise in der ersten Stufe. Im Hochtaunuskreis, im Vogelsbergkreis und im Wetteraukreis gilt bereits die zweite Stufe. Manche Städte und Kreise öffnen bereits sogar die Freibäder, worauf Frankfurt beispielsweise noch bis zum 7. oder 8. Juni warten muss.

          Hessens Kassenärzte haben die ihrer Einschätzung nach hohen Impfkosten in Impfzentren im Vergleich zur Impfung in den Arztpraxen kritisiert. Eine Impfung im staatlichen Impfzentrum koste derzeit das Siebenfache einer Impfspritze in einer Arztpraxis, sagte der Vorsitzende Frank Dastych laut einem Bericht bei hessenschau.de am Mittwoch. Seiner Berechnung legte Dastych die von der Landesregierung erwarteten 7,4 Millionen Impfungen bis Ende des Sommers zugrunde. Dem ständen die schon jetzt zu erwartenden Kosten in Höhe von mindestens 640 Millionen Euro für den Betrieb der Impfzentren gegenüber.

          150 Euro für eine Impfung im Zentrum

          Wenn etwas mehr als die Hälfte der Impfungen dort verabreicht wird, ergäbe das für eine Impfung Kosten von rund 150 Euro, berichtete hessenschau.de. Die staatlich beauftragten Betreiber der Zentren zahlten unter anderem Mitarbeiter, Sicherheitspersonal, Parkplatzeinweiser, Catering- und Reinigungsfirmen.

          Eine Spritze beim Hausarzt koste dagegen 20 Euro. So viel zahle der Bund pro Injektion an die Kassenärzte. „Dafür stellen diese ihre Praxisinfrastruktur zur Verfügung, organisieren mit ihren Teams die Terminvergabe, beraten ihre impfinteressierten Patienten, spritzen den Impfstoff und dokumentieren“, rechnete Dastych vor.

          Nicht berücksichtigt sind laut hessenschau.de – sowohl bei den Impfzentren als auch den Ärzten – die Kosten für den Impfstoff, die der Bund übernimmt.

          Die haushaltspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Marion Schardt-Sauer, forderte die Landesregierung auf, die Kosten für die Impfzentren transparent darzulegen und vorausschauend zu planen. „Aktuell müssen die Impfzentren betrieben werden, um möglichst schnell möglichst viele Menschen gegen das Coronavirus impfen zu können“, erklärte sie. „Perspektivisch ist es aber geboten, Haus- und Betriebsärzten mehr Impfstoff zu geben, die Kosten im Blick zu behalten und die mit großem organisatorischen Aufwand betriebenen Impfzentren zurückzufahren.“

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