https://www.faz.net/-gzg-a0ypn

10.000 Genesene in Hessen : Ein Corona-Opfer am Main weniger als gedacht

Forscherdrang: Virologen in einem Labor der Marburger Uni, die einen Impfstoff-Kandidaten gegen Covid-19 hat und damit in die klinische Phase geht Bild: dpa

Über Nacht haben die Gesundheitsämter in Hessen halb so viele neue Corona-Fälle gemeldet wie zum Dienstag. Hundert Genesene kommen hinzu. Die Zahl der Todesfälle ist nach unten korrigiert worden.

          2 Min.

          Zwei erfreuliche runde Zahlen meldet das Robert-Koch-Institut zur Corona-Pandemie in Hessen: Über Nacht sind 100 Genesene hinzu gekommen. Mittlerweile gelten 10.000 Kinder, Frauen und Männer nach Angaben des kurz RKI genannten Bundesinstituts zwischen der Grenze zu Niedersachsen und dem südlichen Odenwald als genesen.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wie das für die Seuchenbekämpfung in Deutschland federführend zuständige RKI weiter meldet, sind seit Dienstag nur 16 Neuinfektionen gemeldet worden. Am Vortag hatten ihm die hessischen Gesundheitsämter noch gut doppelt so viele neue bestätigte Covid-19-Fälle angezeigt. Alles in allem sind seit Beginn der Aufzeichnungen zur Pandemie zu Anfang März 10.811 Infektionen bekannt geworden.

          Ein Corona-Opfer weniger als gedacht

          Aus den Daten des RKI ergibt sich zudem: In Hessen ist ein Mensch weniger als zuvor gemeldet an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Nun ist von 507 Corona-Opfern die Rede. Dies geht auf eine neue Meldung des Gesundheitsamts Offenbach zurück, wie aus dem täglichen Bulletin des Sozialministeriums folgt. In der Folge steigt das Verhältnis von Genesenen zu Todesfällen von 19,4 auf 19,7 und hat damit einen der höchsten Werte bisher. Gemessen an der Zahl der Genesenen und jener der Todesfälle gelten noch etwa 300 Infektionen als nicht ausgestanden.

          Derzeit besitzen fünf Landkreise mit Blick auf die für Lockerungen wichtige Sieben-Tage-Inzidenz eine weiße Weste. In den Kreisen Bergstraße, Groß-Gerau, Vogelsberg, Waldeck-Frankenberg und Wetterau steht die Null bei dem statistischen Wert, der sich auf die Neuinfektionen unter 100.000 Einwohnern binnen Wochenfrist bezieht. Die Kreise Groß-Gerau, Vogelsberg, Waldeck-Frankenberg und Wetterau sind gleichzeitig seit sieben Tagen ohne neuen Covid-19-Fall.

          Für acht Landkreise sowie die Städte Darmstadt und Wiesbaden steht bei der Sieben-Tage-Inzidenz eine Eins zu Buche. Die kritische Marke lautet 50. Würde sie überschritten, könnten die Behörden bestehende Lockerungen wieder zurücknehmen. Dafür müsste aber Frankfurt 350 Neuinfektionen innerhalb einer Woche melden; zuletzt waren dort aber nur 23. So kommt die Stadt auf einen Inzidenz-Wert von drei.

          Vogelsberg mit wenigsten Infektionen

          Wie sich aus dem Bulletin weiter ergibt, liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in allen 21 Landkreisen und sämtlichen Großstädten mittlerweile unter zehn. Den mit neun höchsten Wert weist die Stadt Offenbach auf nach zwölf Fällen binnen Wochenfrist. Alles in allem hat die Stadt seit Anfang März 195 Infektionen gemeldet. Die wenigsten vereint der Vogelsberg (121) auf sich.

          Wie das RKI der F.A.Z. mitteilte, erhebt es Daten zur Zahl der Genesenen nicht offiziell. Die Erhebung sei auch nicht gesetzlich vorgesehen. „Allerdings kann man zumindest bei den Fällen, bei denen die meisten Angaben ermittelt wurden, die keine schweren Symptome hatten und die nicht in ein Krankenhaus eingewiesen wurden, davon ausgehen, dass sie spätestens nach 14 Tagen wieder genesen sind“, heißt es in Berlin. Das RKI schätze die Zahl der Genesenen.

          Das Sozialministerium veröffentlicht täglich eine Übersicht der Corona-Entwicklung, aufgeschlüsselt nach Kreisen und kreisfreien Städten. Es bezieht sich dabei auf Zahlen des RKI. Bis vor einigen Tagen berücksichtigte es auch Daten des Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamts im Gesundheitswesen beim Regierungspräsidium Gießen, dem die Gesundheitsämter die jeweils neuen Fälle melden müssen. Um Einheitlichkeit herzustellen, nimmt das Ministerium nun nur noch die RKI-Angaben.

          Weitere Themen

          Hunderte neue Corona-Fälle seit Monatsbeginn

          Pandemie in Hessen : Hunderte neue Corona-Fälle seit Monatsbeginn

          Die hessischen Gesundheitsämter haben zum dritten Male hintereinander zweistellige Neuinfektionen gemeldet. Das ist erfreulich. Aber die Bilanz seit Monatsbeginn zeigt schon für wenige Kreise und Städte hunderte neue Fälle.

          Topmeldungen

          Kamala Harris : So flexibel wie sie war Biden nie

          Kamala Harris ist politisch erfahren, aber noch nicht zu alt. Und sie steht, anders als Trump es suggeriert, gar nicht sehr weit links. Alles gut also mit Bidens Vize? Abwarten. Denn sie ist eine sehr wendige Politikerin.
          Rücksichtslos: Cornelia Koppetsch hat der Untersuchungskommission zufolge gegen „die gute wissenschaftliche Praxis“ verstoßen.

          Verfahren gegen Koppetsch : Plagiate im Dutzend

          Das Disziplinarverfahren der TU Darmstadt gegen Cornelia Koppetsch setzt neue Maßstäbe der Wissenschaftshygiene. Mit genau der gleichen Strenge und Transparenz sollten auch die Plagiate in der Doktorarbeit der Ministerin Franziska Giffey untersucht werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.