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Corona-Pandemie in Hessen : In vier Landkreisen und einer Großstadt steht nun die Null

Teamarbeit: Auch am Institut für Virologie der Universität in Marburg werden Coronaviren und Impfstoffe erforscht. Bild: Reuters

In Hessen haben außer Darmstadt nun vier Landkreise eine weiße Weste bei einem Wert, der für den Bestand der Corona-Lockerungen wichtig ist. Die Zahl der Neuinfektionen ist abermals zweistellig gestiegen.

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          Die Landkreise Lahn-Dill und Vogelsberg sowie die Stadt Darmstadt sind jeweils seit einer Woche ohne bestätigte Coronavirus-Neuinfektion. Das Hessische Sozialministerium weist deshalb für sie bei der wichtigen sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz eine Null aus. Dieser Wert bezieht sich auf die binnen Wochenfrist unter 100.000 Einwohnern verzeichneten neuen Fälle. Überschreitet er die Schwelle von 50, können die Behörde bisherige Lockerungen im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Alltag zurücknehmen.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Eine Null bei der Sieben-Tage-Inzidenz steht auch für die Kreise Gießen und Marburg-Biedenkopf zu Buche. Zwar hat es dort in den vergangenen sieben Tagen jeweils eine Neuinfektion gegeben. Diese fällt aber statistisch nicht so ins Gewicht, dass die Null gefährdet wäre. Für Frankfurt ist eine Sieben ausgewiesen; nur 52 der 1577 verzeichneten Infektionen wurden binnen Wochenfrist bestätigt. Schlusslicht in dieser Rangliste ist Wiesbaden (13), während der lange mit der höchsten Inzidenzziffer belastete Odenwald nun auf eine Vier kommt; dort war das Coronavirus vor Wochen in mehreren Altenheimen ausgebrochen. Die Lage hat sich aber beruhigt.

          55 bestätigte Coronavirus-Neuinfektion und damit ein Fall weniger als am Vortag sind von Mittwoch auf Donnerstag in Hessen gemeldet worden. Dies ergibt sich aus den Daten des in der Seuchenbekämpfung federführenden Robert-Koch-Instituts (RKI) und des Hessischen Sozialministeriums. Das Plus zum Mittwoch beträgt 0,6 Prozent und liegt auf Vortageshöhe. Fünf weitere Todesfälle im Zusammenhang mit der Pandemie sind zu beklagen. Alles in allem sind seit Beginn der Aufzeichnungen am 2. März 471 Corona-Opfer registriert worden. Alle bestätigten Infektionen summieren sich auf 9915.

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          Die Zahl der Genesenen gibt das RKI abermals mit rund 8700 an. Auf einen Todesfall kommen rechnerisch 18,5 Genesene. Dieser Wert ist seit Tagen weitgehend stabil und schwankt nur hinter dem Komma.

          Mit Blick auf die Zahl der Genesenen ist aber stets folgende Einschränkung zu beachten: Wie das RKI der F.A.Z. mitteilte, erhebt es Daten zur Zahl der Genesenen nicht offiziell. Die Erhebung sei auch nicht gesetzlich vorgesehen. „Allerdings kann man zumindest bei den Fällen, bei denen die meisten Angaben ermittelt wurden, die keine schweren Symptome hatten und die nicht in ein Krankenhaus eingewiesen wurden, davon ausgehen, dass sie spätestens nach 14 Tagen wieder genesen sind“, heißt es in Berlin am Sitz des Instituts. Das RKI schätze die Zahl der Genesenen lediglich.

          Wie das Hessische Sozialministerium vergangene Woche berichtete, lagen seinerzeit 572 Covid-19-Patienten in hessischen Kliniken. 110 von ihnen mussten demnach beatmet werden. 9841 Betten seien frei gewesen. Das Gleiche galt laut Ministerium für 853 Betten mit Beatmungsgeräten. Weil auch in dieser Hinsicht kein Notstand besteht, kommt eine kostengünstige Marburger Erfindung aktuell nicht zum Zuge.

          Das RKI berücksichtigt jene Fälle, die am jeweiligen Tag um 0.00 Uhr übermittelt wurden. „Für die Darstellung der neu übermittelten Fälle je Tag wird das Meldedatum verwendet – das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat“, heißt es auf der Internetseite des Instituts. Zwischen der Meldung durch die Ärzte und Labore an das Gesundheitsamt und der Übermittlung der Fälle an die zuständigen Landesbehörden und das RKI könnten einige Tage vergehen. In solchen Fällen ist von Meldeverzug die Rede.

          Das aktuelle Corona-Bulletin des Sozialministeriums findet sich hier.

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