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Neue Corona-Regeln in Hessen : Auch Einzelhändler dürfen auf 2G bestehen

  • Aktualisiert am

Neu: Auch Einzelhändler in Hessen können nun wählen, ob sie nur noch Corona-Geimpfte und Genesene in ihren Läden empfangen Bild: dpa

Hessen gibt sich neue Corona-Regeln. Demnach können außer Gastronomen auch Händler von Donnerstag an Ungeimpften den Zugang verwehren. Weihnachtsmärkte werden erlaubt. Derweil steigen die neuen Richtwerte.

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          Auch Einzelhändler in Hessen können nun wählen, ob sie nur noch Corona-Geimpfte und Genesene in ihren Läden empfangen. Dieses 2G-Optionsmodell wird auf den gesamten Einzelhandel ausgeweitet, wie die Landesregierung am Dienstag zu den neuen Beschlüssen des Corona-Kabinetts mitteilte. „Wir gehen davon aus, dass diese Option eher nur tageweise genutzt wird und Geschäfte des alltäglichen Bedarfs davon keinen Gebrauch machen werden“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) laut Mitteilung. „Das heißt dann aber auch, dass ohne 2G weiter die Abstands- und die Maskenpflicht gelten.“

          Betreiber im Kultur-, Gastronomie- und Veranstaltungsbereich konnten bereits die 2G-Regel anwenden. Wer nur Geimpfte und Genesene in seine Räume oder Läden lässt, darf auf die Abstands- und Maskenpflicht verzichten.

          Neue Corona-Richtwerte gestiegen

          Nach Tagen mit einem Abwärtstrend bewegen sich die neuen Richtwerte für die Corona-Politik in Hessen derweil wieder in die falsche Richtung. Die sogenannte Hospitalisierungsindizenz liegt etwas höher als zu Wochenbeginn, dieser Wert spiegelt die binnen Wochenfrist neu in hessischen Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten wider. Zudem ist die Zahl der Covid-Kranken auf Intensiv- und Normalstationen leicht gestiegen. Abwärts geht es dagegen weiter mit der Sieben-Tage-Inzidenz, das sind die innerhalb der vergangenen sieben Tage verzeichneten Neuinfektionen.

          Wie das Sozialministerium berichtet, ist die Hospitalisierungsinzidenz von 1,65 auf 1,88 gestiegen, wobei das einer der tieferen Werte seit der ersten Bekanntgabe dieser Kennziffer vor gut einem Monat ist. Der Schwellenwert für schärfere Vorgaben beträgt acht. 124 Intensivbetten seien mit Corona-Kranken einschließlich 14 Verdachtsfällen belegt, ein Bett mehr als zuvor. Sollten es mehr als 200 Kranke werden, müsste das Land Vorgaben im Alltag ändern. Auf Normalstationen behandeln Kliniken derzeit 278 Covid-Kranke, eine Zunahme um sechs; darunter sind laut Ministerium 63 Personen, bei denen die Infektion noch nicht bestätigt ist.

          Weihnachtsmärkte ohne Zugangskontrollen

          Die angepasste und bis zum 7. November verlängerte Corona-Verordnung des Landes sieht dessen ungeachtet Lockerungen vor, die auch Weihnachtsmärkte betreffen. Diese könnten in diesem Jahr stattfinden, Zugangskontrollen seien nicht erforderlich, erklärte Bouffier. Generell gilt für Volksfeste: Sie können ohne Genehmigung bestimmter Personenzahlen durchgeführt werden.

          Zu den neuen Corona-Regeln gehört außerdem, dass in Alten- und Pflegeheimen bei einem einzelnen Infektionsfall kein automatisches Betretungsverbot für die gesamte Einrichtung mehr gilt. Stattdessen sollen individuell erforderliche Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

          Strengere Regelungen sieht die Verordnung auch vor: Ungeimpftes Krankenhauspersonal muss sich zweimal pro Woche auf das Coronavirus testen lassen. In Schulen gilt: Maske auf am Sitzplatz und tägliche Tests unmittelbar nach einem positiven Schnelltest etwa eines Mitschülers - und nicht erst nach der Bestätigung durch einen genaueren PCR-Test.

          Bouffier appellierte mit Blick auf das Ende der kostenlosen Corona-Tests für viele Bürgerinnen und Bürger, sich gegen das Virus impfen zu lassen: Hessen sei bislang gut durch den Herbst gekommen. „Trotzdem dürfen wir nicht unvorsichtig werden.“ Den größten Schutz biete eine Impfung. „Und diese ist nach wie vor unkompliziert, unbürokratisch und kostenfrei zu bekommen.“

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