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Corona-Pandemie in Hessen : Außer fünf Kreisen nun auch Wiesbaden mit einer weißen Weste

Testfall: An mehreren Frankfurter Schulen mussten wegen Covid-19 Abstriche gemacht werden Bild: dpa

Eine Frankfurter Grundschule muss nach Covid-19-Tests geschlossen bleiben. In Hessen gehen die Neuinfektionen nach dem deutlichen Anstieg vor einer Woche aber wieder zurück. Gute Nachrichten gibt es aus Wiesbaden und zwei Kreisen.

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          In den vergangenen Tag ist die Gruppe der Großstädte und Landkreise in Hessen, die mit Blick auf Coronavirus-Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen sehr gut dastehen, immer kleiner geworden. Von elf ging es auf nur noch drei abwärts. Über Nacht hat es aber drei Neuzugänge gegeben: den Hochtaunuskreis, den Kreis Marburg-Biedenkopf und die Stadt Wiesbaden. Sie gesellen sich zu den Kreis Lahn-Dill, Limburg-Weilburg und Vogelsberg.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Für den Hochtaunus und die Landeshauptstadt steht zwar jeweils eine Neuinfektionen binnen Wochenfrist zu Buche. Sie fallen aber statistisch nicht ins Gewicht. Mit Blick auf die wichtige Sieben-Tage-Inzidenz steht nun für die Neuzugänge die Null. Dieser Wert bezieht sich auf die neuen bestätigten Covid-19-Fälle unter 100.000 Einwohnern binnen Wochenfrist. Fünf Landkreise kommen auf eine Eins. Den schlechtesten Wert, eine 15, weist nun Kassel auf nach einer Infektionswelle in einem Heim, es folgt der Kreis Hersfeld-Rotenburg nach einem Corona-Ausbruch unter Beschäftigten des Großversenders Amazon mit einer Zwölf.

          Die kritische Marke bei der Sieben-Tage-Inzidenz lautet 50. Sollte sie erreicht werden, könnten die Behörden wieder Lockerungen zurücknehmen. So wie es gerade in zwei Kreisen wegen zahlreicher neuer Fälle in der Belegschaft des Fleischverarbeiters Tönnies geschehen ist.

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          Schülerschaft und Eltern sowie das Kollegium der Frankfurter August-Jaspert-Schule müssen sich gedulden. Nach den Covid-19-Tests zu Wochenbeginn liegen der Grundschule nach eigenen Angaben noch keine Informationen des Gesundheitsamts zu etwaigen Corona-Infektionen vor. Demnach muss die Schule vorerst geschlossen bleiben, wie es in einem auf der Homepage veröffentlichten Schreiben heißt. Und: „Erst wenn die schriftliche Genehmigung zur Wiedereröffnung vorliegt, können wir an eine gestaffelte Wiederaufnahme des Unterrichts denken. Dabei haben wir vor allem die vierten Klassen besonders im Blick, um den Schülerinnen und Schülern wenigstens einen persönlichen Abschied zu ermöglichen.“

          Am Wochenende hatte die Schule ihre abermalige Schließung wegen Corona und anstehende Tests vermeldet. Die Abstriche sind mittlerweile genommen. Auch an der Otto-Hahn-Schule mussten Mädchen und Jungen sowie Lehrkräfte getestet werden, nachdem es zwei Corona-Fälle in der Schülerschaft gegeben hatte. Diese Gesamtschule wurde aber nicht geschlossen, vielmehr lief der Unterricht in den Lerngruppen, die keinen Kontakt zu den infizierten Jugendlichen hatten, nach Angaben der Schule weiter. Im Verlauf der Woche wehrte sich die Schulleitung gegen umlaufende Gerüchte, nach denen es keine Corona-Fälle an der Einrichtung gebe. Vielmehr entsprechen die Informationen im Elternbrief vom Sonntag der Wahrheit, wie es heißt.

          Abwärts bei den Neuinfektionen

          Derweil meldet das in der Seuchenbekämpfung federführende Robert-Koch-Institut (RKI) nach dem kräftigen Anstieg vor einer Woche wieder deutlich weniger Neuinfektionen für Hessen. Über Nacht haben ihm die Gesundheitsämter demnach 21 weitere bestätigte Fälle mitgeteilt. Seit Beginn der Pandemie zu Anfang März summieren sich die Infektionen offiziell auf 10.666; lediglich 197 davon seien in den vergangenen sieben Tagen registriert worden. Rund 9800 Patienten gelten als genesen. Demnach sind rund 870 Infektionen noch aktiv.

          Laut RKI sind zwei weitere Todesfälle in Verbindung mit der Pandemie zu beklagen. Alles in allem sind es 505. Auf ein Corona-Opfer in Hessen kommen 19,4 Genesene.

          Zahl der Genesenen geschätzt.

          Mit Blick auf die Zahl der Genesenen ist aber stets folgende Einschränkung zu beachten: Wie das RKI der F.A.Z. mitteilte, erhebt es Daten zur Zahl der Genesenen nicht offiziell. Die Erhebung sei auch nicht gesetzlich vorgesehen. „Allerdings kann man zumindest bei den Fällen, bei denen die meisten Angaben ermittelt wurden, die keine schweren Symptome hatten und die nicht in ein Krankenhaus eingewiesen wurden, davon ausgehen, dass sie spätestens nach 14 Tagen wieder genesen sind“, heißt es in Berlin am Sitz des Instituts. Das RKI schätze die Zahl der Genesenen lediglich.

          Das RKI berücksichtigt jene Fälle, die am jeweiligen Tag um 0.00 Uhr übermittelt wurden. „Für die Darstellung der neu übermittelten Fälle je Tag wird das Meldedatum verwendet – das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat“, heißt es auf der Internetseite des Instituts. Zwischen der Meldung durch die Ärzte und Labore an das Gesundheitsamt und der Übermittlung der Fälle an die zuständigen Landesbehörden und das RKI könnten einige Tage vergehen. In solchen Fällen ist von Meldeverzug die Rede.

          Das aktuelle Corona-Bulletin des Sozialministeriums findet sich hier.

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