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Hessen-Inzidenz sinkt auf 48,2 : Frankfurt wieder über dem Schwellenwert 50

Spitzenreiter: Der Vogelsbergkreis hat die niedrigste Inzidenz in Hessen. Bild: Laila Sieber

Auch in Hessen liegt die zentrale Corona-Kennziffer nun unter der Marke 50, aber nur zwei Bundesländer schneiden schlechter ab. Offenbach verabschiedet sich von der Notbremse.

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          Zum Wochenausklang gelten die Regeln der Bundes-Notbremse nur noch in drei Landkreisen und drei Großstädten in Hessen. Sie beinhalten eine nächtliche Ausgangssperre. Doch für einen aus diesem Sextett endet zum Sonntag die Notbremse. Das Land stuft die Stadt Offenbach in seine Stufe eins der Lockerungen zurück. In der Folge dürfen auch in der Nachbarstadt von Frankfurt die Wirte wieder draußen Gäste bedienen, wobei ein frischer negativer Corona-Test vorgeschrieben ist. Einkaufen etwa in Modeläden ist per „Click and Meet“ ohne Testpflicht möglich. Zwei Hausstände plus Geimpfte dürfen sich treffen. Weitere Lockerungsregeln finden sich hier. Frankfurt hat derweil wieder den am Vortag unterbotenen Schwellenwert 50 wieder knapp überschritten.

          Thorsten Winter
          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Hoffnung, dass beispielsweise Freibäder ein paar Tage früher öffnen könnten als bisher geplant dürfte somit dahin sein. Voraussetzung wären gemäß der „Bundesnotbremse“ fünf Werktage unter der Marke oder 14 unter der Marke von 100. Letzteres dürfte Frankfurt nach Lage der Dinge zu Beginn der übernächsten Woche erfüllen, die Bäderbetriebe Frankfurt rechnen deshalb nach Worten ihres Geschäftsführers Boris Zielinski mit einem ersten Badetag am 7. oder 8. Juni.

          Auf der ersten Stufe liegen außer Darmstadt und Frankfurt 13 der 21 Landkreise, unter anderem die Bergstraße, der Kreis Gießen, der Kreis Groß-Gerau, der Landkreis Offenbach und der Main-Kinzig-Kreis. Die Kreise Darmstadt-Dieburg, Hochtaunus, Main-Taunus, Vogelsberg und Wetterau hat das Land schon in die Stufe zwei aufgenommen. Dort dürfen Gäste mit negativem Test auch in Gaststätten essen und trinken, Shoppen allein mit Maske ist allgemein möglich. Auch für das Hotelgewerbe und Veranstalter bringt diese Stufe deutliche Fortschritte für ihr seit Monaten weitestgehend brachliegendes Alltagsgeschäft

          Zu diesem guten Nachrichten passen die neuen Daten aus dem Robert-Koch-Institut aber nur zum Teil. 656 über Nacht verzeichnete neue Corona-Infektionen bedeuten eine Stagnation im Vergleich zum Freitag vor einer Woche. Seinerzeit hatte das RKI drei Fälle weniger gemeldet. Nach null Todesfällen im Zusammenhang mit der Pandemie meldet das Institut nun 23. Die Inzidenz als zentrale Kennziffer ist binnen Wochenfrist von 75 auf gut 48 gesunken. Allerdings weisen derzeit nur Thüringen und Baden-Württemberg mehr Neuinfektionen unter 100.000 Einwohnern auf, die innerhalb der zurückliegenden sieben Tage bekanntgeworden sind. Am besten schneiden Mecklenburg-Vorpommern mit einer Inzidenz von 19 und Schleswig-Holstein ab, das eine Kennziffer von 21 hat.

          Seit Beginn der Pandemie haben sich offiziell 285.572 Personen in Hessen mit dem Covid-19 auslösenden Coronavirus angesteckt. Das sind 4,4 Prozent der Landesbevölkerung. Etwa 11.700 Infektionen gelten laut RKI als noch nicht ausgeheilt, das sind rund 300 weniger als am Vortag. 7305 Menschen starben an oder mit dem Virus.

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