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Astra-Zeneca : Keine Macht den Rücksichtslosen

Astra-Zeneca: Die Verunsicherung ist groß. Bild: AP

Weil sich die Empfehlungen für den Impfstoff von Astra-Zeneca immer wieder geändert haben, ist die Verunsicherung groß. Trotzdem ist es egoistisch, den eigenen Impftermin verstreichen lassen.

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          Es gab sie, die Befürchtung, dass nur wenige sich würden impfen lassen, sollte der erste Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen werden. Die Angst, auf Millionen Dosen sitzenzubleiben, war groß – und unberechtigt. Die meisten Menschen wollen sich selbst, aber auch andere durch eine Impfung schützen. Nur eben hätten viele gerne die Wahl, welchen Impfstoff sie sich verabreichen lassen. Weil sich die Zielgruppen-Empfehlungen für den Impfstoff von Astra-Zeneca immer wieder geändert haben, ist die Verunsicherung groß. Lieber ungeimpft bleiben, statt ein Risiko einzugehen? Oder ist der Verzicht auf die Impfung schon das größte Risiko?

          Es wirkt absurd, dass die einen sehnlichst auf einen Termin warten, andere ihren nicht wahrnehmen. Das Signal der Landesregierung, alles dafür zu tun, dass keine einzige Dosis verfällt, ist wichtig – und überfällig. Denn der steigende Frust der Impfwilligen darf sich nicht auf ihre generelle Bereitschaft, sich impfen zu lassen, niederschlagen.

          Wer einen Termin erhält und wer nicht, sorgt für viele Diskussionen, zumal es einfach zu sein scheint, in eine der priorisierten Gruppen aufzusteigen. Da wird der Enkel, der seit Monaten nicht mehr in der Heimat war, zur Pflegekraft der Großmutter ernannt und darf sich impfen lassen. Andere, die aufgrund ihrer körperlichen Verfassung, ihres Alters, ihres Berufs oder ihrer Wohnsituation einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, warten noch immer. Bei aller Kritik am System: Am Ende zählt jede verabreichte Impfung auf dem Weg zur Herdenimmunität. Allen, die ihre Impftermine verstreichen lassen, sei trotzdem gesagt: Sich gegen eine Impfung zu entscheiden, bleibt jedem selbst überlassen. Durch das eigene Verhalten aber den Ablauf zu verzögern, ist und bleibt rücksichtslos.

          Marie Lisa Kehler
          (mali.), Rhein-Main-Zeitung

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