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Lipide für Biontech-Produktion : Damit der Impfstoff sicher an sein Ziel kommt

Zulieferer: In solchen Anlagen entstehen die Lipide von Evonik für die Impfstoffe. Bild: Evonik

Innerhalb von nur acht Wochen entwickelt und produziert die Hanauer Firma Evonik Lipide für Biontech und leistet einen Beitrag zur Pandemiebekämpfung. Normalerweise dauert eine solche Entwicklung bis zu 18 Monate.

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          Das Impfen gegen Corona geht in Deutschland allmählich voran. Daran, dass die Herstellung von Impfstoffen jetzt und in Zukunft nicht ins Stocken gerät, hat das Hanauer Weltunternehmen Evonik Industries AG einen entscheidenden Anteil. In nur acht Wochen seit den ersten Gesprächen mit dem Impfhersteller Pfizer/Biontech hat das Unternehmen für Spezialchemie an seinem Standort in Hanau eine Anlage für Lipide entwickelt, hergestellt und die Produktion in Gang gesetzt. Weitere Lipide werden parallel dazu am Evonik-Standort in Dossenheim bei Heidelberg hergestellt.

          Luise Glaser-Lotz
          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          Damit sind laut Evonik die Voraussetzungen für die Produktion von vielen Millionen Impfdosen von Biontech für ganz Europa geschaffen. Die Lipide selbst sind kein Wirkstoff gegen das Coronavirus. Vielmehr handelt es sich um Fettstoffe, die dafür sorgen, dass das mRNA-Molekül unbeschadet an die richtige Stelle im Körper kommt. Dort wird der Impfstoff freigesetzt und kann seine Wirkung entfalten. Lipide kommen als nichtwasserlösliche Stoffe in vielen natürlichen Formen vor. Die für die Impfproduktion benötigten Fette sind aber synthetische Stoffe, die für die Impfproduktion passgenau für den jeweiligen Impfstoff hergestellt werden müssen. Ausgangsprodukte dafür ist eine Reihe von unterschiedlichen Chemikalien, die Evonik weltweit einkauft.

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