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Vorreiterrolle in Hessen : Ein Hausarzt im Impf-Modus

  • -Aktualisiert am

Sieht dem Impfen in seiner Praxis gelassen entgegen: Hausarzt Wolfgang Pilz Bild: Lucas Bäuml

Seit Wochen hat der Friedberger Hausarzt Wolfgang Pilz im Modellprojekt schon Patienten gegen Corona geimpft, jetzt soll es zur Regel werden. Dabei muss viel bedacht werden.

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          Ja, es gibt sie tatsächlich: Frauen und Männer jenseits von 80 Jahren, die sich ein Rezept bei ihrem Hausarzt abholen und auf die Frage, ob sie schon eine Spritze gegen Corona bekommen hätten, antworten: „Nö, warum?“ Wolfgang Pilz kennt diese und ähnliche Fälle sehr gut. „Wir finden immer noch genug Menschen aus der ersten Priorisierungsgruppe, die tatsächlich nicht geimpft sind“, sagt der Friedberger Mediziner. Das habe aber nicht unbedingt etwas mit ausgewiesener Impfskepsis zu tun. Viele sähen keine Notwendigkeit, andere seien durch die Berichte über den Astra-Zeneca-Impfstoff verunsichert. Und wieder andere fürchteten sich, weil sie gerade eine Krebstherapie hinter sich hätten und meinten, dass sie jetzt nicht noch eine Impfung „draufpacken“ sollten. „Dann müssen wir den Patienten erklären, was es bedeutet, wenn sie sich noch zusätzlich mit Corona infizieren würden“, sagt Pilz. Das seien manchmal anstrengende Diskussionen, aber eben auch notwendig.

          Der Mediziner führt mit drei weiteren Ärzten eine Gemeinschaftspraxis in Friedberg-Ockstadt. Er gehört zu denen, die als Hausarzt Teil eines „mobilen Außenteams“ in der Wetterau waren und schon geimpft haben. „Wir haben am 13. März damit begonnen“, sagt Pilz. Als sie damals vom Kreis gefragt worden seien, ob sie mitmachen wollten, hätten sie, wie fast alle Hausarztpraxen im Wetteraukreis, sofort zugesagt. Seitdem tauschen sich die beteiligten Ärzte im Kreis in Chatgruppen aus, berichten sich über Herausforderungen und Erfahrungen.

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