https://www.faz.net/-gzg-a0jlu

Gesprächsrunde für Eltern : Stressbewältigung mit Lorz und Klose

Fordert Mensch und Gerät: Homeschooling in Zeiten der Corona-Krise Bild: Wonge Bergmann

Wegen der Situation in Schulen und Kitas suchen Eltern Kontakt zum Kultus- und zum Sozialminister des Landes Hessen. Auch eine Krankenkasse will geplagten Familien helfen.

          2 Min.

          Alexander Lorz und Kai Klose sind zurzeit gefragte Ansprechpartner bei Frankfurter Eltern. Die beiden hessischen Minister bekommen viel Post von Vätern, vor allem aber von Müttern. In digitalen Gesprächsrunden beantworten der Kultus- und der Sozialminister deren Fragen.

          Florentine Fritzen
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dabei soll es an den Schulen spätestens nach den Sommerferien eigentlich wieder normal zugehen. So hat es Kultusminister Lorz von der CDU auch in einer Online-Diskussion vor ein paar Tagen bekräftigt, zu der die Stadt- und Kreiselternbeiräte Frankfurts, Offenbachs, Wiesbadens und des Hochtaunuskreises eingeladen hatten: Er strebe an, dass am 17. August alle Schulen zum Regelunterricht zurückkehrten – so wie es die Grundschulen schon vom nächsten Montag an erproben. Den Elternvertretern sind Lorz’ Aussagen zu unverbindlich, und sie hätten gern noch vor den Ferien Klarheit über die Konzepte zur Öffnung. Nach Angaben des Stadtelternbeirats hat der Minister in der digitalen Runde zugesagt, dass sie beim Ausarbeiten mitwirken dürfen.

          Hotline für gestresste Eltern

          Viele Eltern rechnen damit, dass es weiterhin oft Homeschooling geben wird – auch, weil immer wieder Schulen wegen Corona-Ausbrüchen schließen müssen. Und nach wie vor fühlen sich manche Familien offenbar so belastet, dass die DAK Gesundheit Frankfurt ihnen an diesem Freitag eine Hotline anbietet. Versicherte aller Krankenkassen können unentgeltlich unter der Nummer 0800/1111841 Rat bei Psychologen und Ärzten suchen, wenn sie Stress und Streit wegen des Lernens zu Hause haben. Die DAK präsentiert dazu Grafiken. Vom Homeschooling erschöpft sind demnach mehr als die Hälfte der Mütter, mehr als ein Drittel der Väter und ein knappes Viertel der Kinder. Allerdings stammt die Studie schon vom Mai. Und vielleicht brauchen viele Familien jetzt auch einfach mal Urlaub.

          Vielleicht haben sie ihren Jahresurlaub aber auch schon für die Kinderbetreuung in der Corona-Zeit verbraucht. Dann wird es in den Sommerferien erst recht schwierig, denn bei der Ferienbetreuung entfallen wegen Corona fast alle Angebote. Das ist einer der Punkte, die berufstätige Mütter in einem Brief an Lorz aufzählen, der in diesen Tagen auf dem Schreibtisch des Kultusministers gelandet ist. Die Verfasserinnen laden Lorz ein zu einem „digitalen Clubabend mit uns Working Moms in Frankfurt“ – und außerdem Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Der Verein „Working Moms“ hat in Frankfurt gut 150 Mitglieder, nach eigenen Angaben sind viele in Führungspositionen. Neben der „anspruchsvollen Berufstätigkeit“ sei es nicht zu leisten, die eigenen Kita- und Schulkinder über Wochen und Monate zu betreuen und auszubilden, „auch nicht im Homeoffice“.

          Eltern fordern flächendeckende Corona-Tests

          Daher fordern die arbeitenden Mütter Mindestbetreuungszeiten für Kitas und Schulen. Außerdem verlangen sie „Mindeststandards“ für digitalen Unterricht und Bildungspläne, in denen digitale Führerscheine und Recherche im Internet vorkommen. Außerdem fehlt den Müttern ein zuverlässiges Feedback für die Schüler. „Korrigierte Hausaufgaben, persönliche Rückmeldungen und Lob stärken nicht nur den Lernerfolg, sondern auch die Motivation.“

          Gleich zwei Termine mit krisengeplagten Eltern hat diese Woche Sozialminister Klose von den Grünen. Am Donnerstagnachmittag stand zunächst ein Gesprächstermin mit „Eltern in der Krise“ an. Dabei sprachen nach Angaben der Gruppe deren Gründerinnen Sarah Wehrs und Alberta Brandenstein als Moderatorinnen sowie sieben Eltern und Erzieher mit Klose. Es ging um die Möglichkeit, dass Kitas bei neuen Corona-Verdachtsfällen wieder schließen, und um die nach wie vor geschlossenen Horte. Außerdem um die Frage, was eigentlich sein wird, wenn Kinder bei einer Erkältungswelle im Herbst wegen jedes Schnupfens zu Hause bleiben müssen. Die Eltern dringen darauf, dass Kinder und Erzieher flächendeckend auf das Coronavirus getestet werden.

          An diesem Freitag erwarten Klose in einer nichtdigitalen Runde mit acht Personen in Wiesbaden ähnliche Fragen von der Gruppe „Familien in der Krise“. Sie ist aus den „Eltern in der Krise“ hervorgegangen. Deren Gründerin Sarah Wehrs wiederum berichtet, dass die „Eltern in der Krise“ darüber nachdenken, das Wort „Krise“ demnächst aus dem Namen zu tilgen.

          Weitere Themen

          Wie man eine Bierflasche auftreten kann Video-Seite öffnen

          Geht doch : Wie man eine Bierflasche auftreten kann

          Es gibt viele Möglichkeiten, Bierflaschen aufzumachen. Mit dem Feuerzeug, am Bierkasten oder auch mit dem zwölfer Schraubschlüssel aus der Werkzeugkiste. Es geht aber auch spektakulärer, wie F.A.Z.-Redakteurin Marie Lisa Kehler zeigt.

          Topmeldungen

          Beim Grillfest der SPD in Rostock: Ministerpräsidentin Schwesig

          Schwesig im Wahlkampf : Als stünde sie allein im Ring

          Beflügelt durch die Beliebtheit der Ministerpräsidentin steht der SPD in Mecklenburg-Vorpommern ein historischer Sieg bevor. Wie ist das Manuela Schwesig gelungen?
          Armin Laschet mit den Ministerpräsidenten Sachsens und Sachsen-Anhalts, Reiner Haseloff und Michael Kretschmer, sowie der sächsischen Staatsministerin für Kultur und Tourismus, Barbara Klepsch

          Wahlkampf : Mit Attacken in die letzte Woche

          Im Schlussspurt des Wahlkampfs überziehen Union und SPD einander mit Vorwürfen. Selbst die Grünen greifen nun Olaf Scholz an. Und auch zwischen CDU und CSU knirscht es wieder einmal.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.