https://www.faz.net/-gzg-9zgdb

Eilantrag zurückgezogen : Hessens Viertklässler müssen wieder in den Unterricht

  • Aktualisiert am

Bisher dürfen nur wenige Schüler wieder in die Klassen zurückkehren. Bild: dpa

Der Grundschulunterricht soll in Hessen bald wieder anlaufen. Eine Schülerin aus Frankfurt hatte gegen eine Rückkehr per Eilantrag beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel geklagt. Noch vor dem Urteil kam es zur Entscheidung.

          2 Min.

          Hessens Grundschulen können am Montag wieder öffnen. Eine Viertklässlerin aus Frankfurt zog am Freitag ihren dagegen gerichteten Eilantrag zurück. Eine Begründung für diesen Schritt wurde zunächst nicht bekannt. Sie hatte sich gegen die Entscheidung des Kultusministeriums gewandt, ihre Jahrgangsstufe früher als die anderen wieder zum Präsenzunterricht zu verpflichten. Diese müssen nach dem Stufenplan des Ministeriums erst Anfang Juni wieder zurückkehren. Die Schülerin empfand  das Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, als Ungleichbehandlung.

          Vor zwei Wochen war sie mit dieser Ansicht beim VGH noch durchgedrungen, er hatte die für den 27. April geplante Rückkehr der Viertklässler gestoppt. An diesem Tag nahmen daher lediglich die Schüler der Abschlussklassen den Präsenzunterricht wieder auf. Von ihnen hatte keiner dagegen geklagt. Die Richter gaben damals ihrem Antrag Recht und hoben die Schulpflicht für diesen Jahrgang auf. Die Viertklässler würden im Vergleich zu Schülern, denen aus Gründen des Infektionsschutzes der Schulbesuch weiter untersagt werde, ohne hinreichenden Grund ungleich behandelt, lautete die Begründung. Nachdem bereits Abschlussklassen wieder unterrichtet werden, will das hessische Kultusministerium ab dem kommenden Montag die Rückkehr zahlreicher weiterer Kinder und Jugendlicher in eingeschränkter Form.

          Die bisherigen Bemühungen an Schulen, die Hygieneregeln einzuhalten, stoßen auf ein geteiltes Echo. „Ich würde sagen, man hat das beste aus den Maßnahmelockerungen gemacht“, sagte Landesschülersprecher Paul Harder, für den am Montag selbst der Unterricht beginnt. Schüler und Lehrer bemühten sich sehr, die Hygienevorschriften einzuhalten. Die Schulen seien alle mit genug Seife ausgestattet worden. „Es ist traurig, dass dafür erst eine globale Pandemie nötig war.“ Desinfektionsmittel gebe es dagegen nicht überall.

          Schulen setzen Regeln individuell um

          Da man den Schulen freigestellt habe, wie sie die Regeln umsetzen, gebe es völlig unterschiedliche Modelle: Manche Schüler hätten nur einen Tag pro Woche Unterricht, andere jeden Tag ein bis zwei Stunden. Harder selbst war gegen die Öffnung: „Ich hätte es besser gefunden, wenn man die Schulen bis zu den Sommerferien geschlossen gelassen hätte.“ Sollte es Todesfälle durch das Coronavirus in Schulen geben, müsse man die Öffnung überdenken, erklärte Harder angesichts der ersten Coronafälle an Schulen.

          Die Schulen kämpften nach wie vor damit, dass 25 bis 30 Prozent der Lehrkräfte nicht im Präsenzunterricht eingesetzt werden könnten, weil sie zu einer Risikogruppe zählten. Dieses Problem werde sich mit den weiteren Jahrgängen, die zurück an die Schulen kommen, verschärfen, befürchtete die Landesvorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW Birgit Koch. Sie betonte allerdings: „Wir freuen uns auf die Kinder.“

          Weitere Themen

          Jeder testet für sich allein

          Infektionsschutz an Schulen : Jeder testet für sich allein

          Die Kultusminister konnten sich nicht auf eine Testpflicht für Schulen einigen. Schüler und Lehrer sollen sich weiter auf freiwilliger Basis testen. In Baden-Württemberg darf das Schulgelände bald nur noch mit einem negativen Test betreten werden.

          Topmeldungen

          Mit Bühnennebel wird die Ausbreitung von Aerosolen in der Luft simuliert.

          Aerosole und Corona : Das Virus lauert in Innenräumen – nicht im Freien

          Ansteckungen finden drinnen statt, Abstand garantiert keine Sicherheit, Kaffeekränzchen im Wohnzimmer sind gefährlicher als Restaurantterrassen: Experten für Aerosole – Luftgemische, in denen auch das Coronavirus schwebt – fordern bessere Aufklärung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.