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„Terminplan steht“ : Heftige Kritik an Beginn des Landesabiturs in Hessen

Fix: Das Landesabitur wird durchgezogen, wie das Kultusministerium sagt Bild: dpa

Um das Abitur in Hessen tobt ein Streit: Lehrerverbände und Schüler fordern eine Verschiebung der Prüfungen, doch das Kultusministerium hält daran fest.

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          Trotz Corona-Krise, Schulschließung und einer drohenden Ausgangssperre sollen an diesem Donnerstag die Prüfungen des hessischen Landesabiturs beginnen. Anders als in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern sollen die Klausuren nicht verschoben werden. Das Kultusministerium bekräftigte am Mittwoch, dass Hessen am Terminplan festhalten werde. Gegen die Entscheidung protestiert die Landesvereinigung der Oberstudiendirektoren. Deren Vorsitzende, die Wiesbadener Schulleiterin Elisabeth Waldorff, hält es für „fahrlässig“, die Abiturienten unter den derzeitigen Bedingungen zu prüfen. Das Risiko einer Ansteckung sei angesichts der sprunghaft gestiegenen Zahl der Infizierten nicht zu verantworten.

          Matthias Trautsch
          Koordination Reportage Rhein-Main.

          Während der reguläre Unterricht an den hessischen Schulen ausgesetzt ist, sollen die Abiturienten an diesem Donnerstag die Englisch-Klausuren der Grund- und Leistungskurse schreiben. In den nächsten zwei Wochen folgen die übrigen Fächer. Am Donnerstag, 2. April, enden die Prüfungen mit den Biologie-Klausuren. Waldorff kritisiert, dass niemand wisse, wie mit Schülern, die husten oder andere Krankheitssymptome zeigen, zu verfahren sei.

          Größerer Personalbedarf

          Außerdem gebe es ein Problem mit der Aufsicht: Die Maßgabe, die Klausuren aus Gründen des Infektionsschutzes mit maximal zehn Schülern je Raum zu schreiben, führe zu einem großen Personalbedarf – und das in einer Zeit, in der etwa an ihrer Schule weniger als die Hälfte der Lehrer zur Verfügung stehe.

          Auch unter den Prüflingen gibt es heftigen Protest gegen die Entscheidung, das Abitur nicht zu verschieben. Unter dem Namen „Hessischer Landbote 2020“ haben sich Abiturienten aus mehreren hessischen Städten, darunter Frankfurt und Offenbach zu einer Initiative zusammengefunden.

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