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Impfaktion ohne Vorab-Termine : Frankfurt rutscht unter Corona-Schwellenwert 35

Am Mittwoch beginnt eine Impfaktion ohne Vorab-Termine in der Frankfurter Festhalle Bild: Frank Röth

Im Vergleich zum Montag sind in Hessen kaum Erstimpfungen gegen Corona hinzugekommen. Die Inzidenz sinkt leicht. Impfaktionen ohne Vorab-Termine gibt es in Marburg und in der Frankfurter Festhalle.

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          Auch wenn sich die Lücke zuletzt etwas geschlossen hat: Nach wie vor hinkt Hessen bei den Impfquoten dem Durchschnitt im Bund hinterher. Zu Wochenbeginn kommt die Impfkampagne kaum voran. Weniger als die Hälfte der Hessen über zwölf Jahren sind durchgeimpft. Mit niedrigschwelligen Angeboten in ganz Hessen sollen angesichts dessen mehr Ungeimpfte erreicht werden.

          Thorsten Winter
          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Seit diesen Dienstag läuft eine Impf-Sonderaktion für Menschen über 16 Jahren im Impfzentrum in Marburg. Und in der Frankfurter Festhalle können sich von diesem Mittwoch an Interessierte ab 16 Jahren ohne vorher vereinbarten Termin impfen lassen. Das Motto lautet: „Ärmel hoch! Gegen Corona – für Frankfurt“. Derweil streiten die Stadt und die Frankfurter Eintracht weiter mit dem Sozialministerium über die Frage, wie viele Fans das Testspiel gegen den AS Saint-Étienne am Samstag sehen dürfen. Für Gesundheitsdezernent Stefan Majer stellt der Kick einen Anreiz zum Impfen dar.

          Anlass des Streits ist die vergleichsweise hohe Inzidenz in Frankfurt. Die Mainmetropole weist die meisten binnen Wochenfrist verzeichneten neuen Corona-Fälle unter 100.000 Einwohnern auf. Tagelang rangierte der Wert über der Marke 35, die etwa einen negativen Test für jene bedingt, die in einem Lokal essen oder trinken wollen. Über Nacht ist die Kennziffer zwar unter 35 gefallen, aber mehr Freiheiten greifen erst nach fünf Tagen unter dieser Schwelle. Auch in Hessen ist über Nacht die zentrale Corona-Kennziffer gesunken. Allerdings haben nur fünf Bundesländer eine höhere Inzidenz. Zudem gibt es mehr nicht auskurierte Infektionen als am Montag, wie das Robert Koch-Institut (RKI) meldet.

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          „In der Festhalle steht endlich ausreichend Impfstoff für alle zur Verfügung. Jetzt geht es darum, beim Impfen nochmal richtig Gas zu geben und den Weg zur Impfung möglichst einfach zu machen,“ wird Majer von der Stadt zitiert. Zur Verfügung stehen demnach mRNA-Impfstoffe und das Produkt von Johnson & Johnson. Eine Wahlmöglichkeit bestehe aber nicht. Oberbürgermeister Peter Feldmann meint: „Jetzt gibt es keine Ausreden mehr! Sich und andere zu schützen war noch nie so einfach. Ich bitte Sie: Wenn Sie noch nicht geimpft sind, dann tun Sie es jetzt. Jede Impfung hilft, das Virus auszubremsen.“ Interessenten sollten einen Impfausweis und die Krankenversicherungskarte mitbringen.

          Laut RKI haben hessische Gesundheitsämter über Nacht 65 neue positive PCR-Tests gemeldet, zwei mehr als vor einer Woche und 21 mehr als vor einem Monat. 293.833 Menschen in Hessen haben sich offiziell seit Beginn der Pandemie im März vergangenen Jahres mit einer Variante des Coronavirus angesteckt. 19.200 gelten als nicht genesen, 100 mehr als zu Wochenbeginn. Seit Ende Juni ist die Hessen-Inzidenz von 7,4 auf 17 gestiegen, wobei sie am Montag 17,7 betrug.

          Einladung: An einer Reihe von Orten in Hessen gibt es mittlerweile niedrigschwellige Impfangebote – dieses Foto entstand am Samstag am Rande des Wochenmarkts in Gießen
          Einladung: An einer Reihe von Orten in Hessen gibt es mittlerweile niedrigschwellige Impfangebote – dieses Foto entstand am Samstag am Rande des Wochenmarkts in Gießen : Bild: thwi.

          Nur acht der 26 Großstädte und Landkreise in Hessen weisen einstellige Inzidenzen auf. Gleichwohl liegen alle Regionen nun unter der Marke 35, weshalb die Corona-Landkarte durchweg grün leuchtet. Frankfurt liegt nun bei 33 nach 36,7.

          Zwei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit der Pandemie sind dem RKI bekannt geworden. Alles in allem sind in Hessen bisher 7579 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben. 41 Corona-Kranken liegen laut Deutscher Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin auf hessischen Intensivstationen, 14 von ihnen müssen demnach invasiv beatmet werden. Hinzu kamen zuletzt 49 Patientinnen und Patienten auf Normalstationen sowie 65 Covid-Verdachtsfälle in Kliniken.

          60,6 Prozent der Hessen mit erster Impfung

          Bei beiden Impfquoten liegt das zentral gelegene Bundesland weiter unter dem Durchschnitt im Bund: 60,6 Prozent der Menschen in Hessen haben nach neuesten Daten eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten, 0,1 Prozent mehr als am Montag. Hessen liegt nun 0,4 Punkte unter dem Bundesdurchschnitt. Die Lücke hat sich zuletzt etwas geschlossen. Spitzenreiter ist Bremen mit 69,9 Prozent Erstgeimpften – Rheinland-Pfalz kommt auf 62,3.

          Bei den vollständig Geimpften hinkt Hessen dem Mittelwert im Bund ebenso hinterher. Hessen kommt auf 49,1 Prozent und damit 0,6 Punkte weniger als der Mittelwert, Rheinland-Pfalz weist 50 Prozent aus nach 45,3. 3,81 Millionen Menschen in Hessen sind mindestens einmal geimpft, 3,086 Millionen haben bereits einen vollständigen Impfschutz. Diese Zahlen beziehen sich auf Menschen über zwölf Jahren. Hessen zählt insgesamt etwa 6,6 Millionen Einwohner.

          Niedergelassene Mediziner nebst Personal haben bisher knapp 2,39 Millionen Impfungen verabreicht, wie die Kassenärztliche Vereinigung mitgeteilt hat. Seit Anfang April wird in Hessen auch in den Hausarztpraxen gegen Covid-19 geimpft, etwas später sind auch die Facharztpraxen und am 7. Juni die Betriebsärztinnen und -ärzte hinzugekommen.

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