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Corona-Fälle in Hessen : Nur ein Kreis binnen Wochenfrist ohne Neuinfektion

Mund auf: Für eine Corona-Probe genügt im Zweifel ein Abstrich von der Mundschleimhaut und einer aus der Nase Bild: EPA

Die Zunahme der Corona-Infektionen in Hessen bleibt zweistellig. Ein Landkreis ist weiter nach sieben Tagen nacheinander frei von bestätigten neuen Fällen.

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          Von Dienstag auf Mittwoch haben die Gesundheitsämter in Hessen deutlich mehr neue bestätigte Fälle gemeldet als am Vortag. Die Zahl der Neuinfektionen bleibt aber unter der Marke von 100. Wie sich aus dem Bulletin des Sozialministeriums ergibt, liegen 93 weitere Fälle vor. Das sind gut ein Prozent mehr als zuvor. In Summe ist von 8678 Infektionen die Rede. Zudem sind vier weitere Corona-Opfer bekannt geworden. Insgesamt sind nunmehr 388 Tote in Verbindung mit der Pandemie zu beklagen. Die wenigsten Todesfälle haben die Landkreise Bergstraße und Marburg-Biedenkopf, jeweils zwei. Diese Daten beziehen sich auf elektronisch gemeldete Fälle.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nach Angaben des hierzulande in der Seuchenbekämpfung federführenden Robert-Koch-Instituts sind 7100 Patienten in Hessen mittlerweile von ihrer Corona-Infektion genesen. Das sind 100 mehr als am Vortag. Wie Sozialminister Kai Klose (Die Grünen) am Dienstag gesagt hatte, müssen in Hessen aktuell rund 200 Patienten in Kliniken beatmet werden.

          Der Vogelsberg ist abermals ohne bestätigte Neuinfektion innerhalb der vergangenen sieben Tage. Dieser Wert steht für keinen weiteren Landkreis und auch für keine kreisfreie Stadt zwischen Nordhessen und dem südlichen Odenwald zu Buche. Für Frankfurt sind alles in allem 1314 Infektionen gemeldet, 52 davon in den vergangenen sieben Tagen. Offenbach kommt dagegen nur auf 115 Fälle seit Beginn der Aufzeichnungen am 2. März, 20 davon liefen binnen Wochenfrist auf.

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          50 Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen unter 100.000 Einwohnern sollen künftig jeweils abermalige Beschränkungen im jeweiligen Kreis oder der kreisfreien Stadt nach sich ziehen, wie Bund und Länder vereinbart haben, wie es seit dem Morgen hieß und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nun bestätigt hat. Was könnte das für Hessen bedeuten? Frankfurt verzeichnet die mit Abstand meisten Corona-Fälle seit Beginn der Aufzeichnungen am 2. März. Mehr als 1300 Infektionen sind es mittlerweile. Aber bei der sogenannten Inzidenz, den Fällen der zurückliegenden Woche, liegt die Stadt im Vergleich der kreisfreien Städte und Landkreise höchstens im Mittelfeld.

          Ganz anders stellt sich die Lage im Odenwald dar. Das ergibt eine Auswertung der Daten aus dem Sozialministerium.
          Seit 1. April weist das Ministerium die Inzidenz für die zurückliegenden sieben Tage aus. Gleich am diesem Tag nahm der Odenwald den traurigen ersten Platz ein. Der Wert betrug 56,7 und stieg im Verlauf des Monats unter erheblichen Schwankungen bis auf 78 in der Spitze. Am 5. April wies das Ministerium erstmals auch für den Schwalm-Eder-Kreis und für den Kreis Hersfeld-Rotenburg mehr als 50 Fälle binnen Wochenfrist aus. Am 12. April kam noch der Werra-Meißner-Kreis hinzu, der ebenso wie der Odenwald eher dünn besiedelt ist. Zwischenzeitlich waren die Werte für die beiden anderen nordhessischen Kreise wieder unter 50 gerutscht, was dem Werra-Meißner-Kreis dann am 18. April gelang.

          Der Odenwald, wo das Virus auch in Altenheimen Infektionen hervorrief, blieb mit einer Ausnahme bis 29. April über der Marke von 50. Seitdem liegt kein Kreis und keine kreisfreie Stadt mehr jenseits dieses Wertes. Der nur im Vogelsberg stand zuletzt die Null bei der Sieben-Tage-Inzidenz.

          Am frühen Vormittag hatte schon das Robert-Koch-Institut für Hessen 57 neue bestätigte Fälle gemeldet und die Summe der seit Anfang März vermerkten Infektionen mit 8642 angegeben. Die Zunahme von Dienstag auf Mittwoch beträgt knapp 0,7 Prozent nach 0,4 Prozent am Vortag.

          Das Hessische Sozialministerium veröffentlicht täglich eine detaillierte Übersicht der Corona-Entwicklung, aufgeschlüsselt nach Landkreisen und kreisfreien Städten. Es bezieht sich dabei auf Zahlen des Robert-Koch-Instituts und des Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamts im Gesundheitswesen beim Regierungspräsidium Gießen, dem die Gesundheitsämter die jeweils neuen Fälle melden müssen.

          Das Landesamt verfügt somit bisher über etwas neuere Zahlen als das RKI. Allerdings hat es vor mehr als einer Woche mitgeteilt, ein neues Auswertungstool des RKI zu übernehmen. Dadurch sollte es keine Abweichungen bei den Daten mehr geben. Das neue Bulletin finden Sie hier.

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