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Gastwirte im Corona-Modus : „Berufsverbot für brutal getroffene Gastronomie“

Letzte Runde: Zum zweiten Mal seit Beginn der Pandemie müssen gastronomische Betriebe schließen. Bild: dpa

Am Montag müssen die Restaurants der schließen, Hotels dürfen keine Touristen mehr aufnehmen. Die Branche trifft es hart. Aber nicht jeder Wirt ist unglücklich.

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          Als am Mittwochabend Norman Holub aus der Küche kommt und mit seinen Gästen spricht, führt er an jedem Tisch ein ähnliches Gespräch. Es dreht sich um die Beschlüsse, die Stunden vorher die Ministerpräsidenten der Länder in einer Konferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gefasst haben. Am Montag und für zunächst vier Wochen wird Holub das „Vadder“, ein kleines, feines Ecklokal in Frankfurt-Bornheim, zumachen. Nur noch Essen zum Abholen wird er anbieten können, so wie im März, als ihm wie allen anderen gastronomischen Betrieben in Deutschland ein Lockdown verordnet worden war. Die abermalige Verfügung, im öffentlichen Sprachgebrauch oft mit dem Adjektiv „light“ versehen, weil sie, anders als im Frühjahr, Einzelhandel, Schulen und Kitas ausnimmt, sieht der Gastronom mit einer Mischung aus Fatalismus und leisem Zorn.

          Jacqueline Vogt

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wie bei vielen anderen, die man in diesen Tagen spricht, richtet sich der Unmut, der vielleicht mehr noch ein Gefühl der Ohnmacht ist, gegen die Umstände an sich, aber auch gegen jene, die man nicht persönlich zu kennen braucht, um sich darüber zu ärgern, dass sie die Beschränkungen und Auflagen nicht ernst genug genommen und so zur Verbreitung des Coronavirus beigetragen haben. Seien es Feierwillige, denen der Spaß wichtiger war als die Abstandsregeln, seien es Wirte, denen in den vergangenen Wochen und Monaten der Profit mehr bedeutet hat als der Infektionsschutz. Denn die gab es, auch in Frankfurt und Umgebung: Die Gaststätten und Bars, in denen die Leute dicht gedrängt saßen und standen, das Apfelweinlokal, das nicht seine Sitzplätze reduzierte, sondern darauf vertraute, dass Papp-Aufsteller, zwischen die Tische geschoben, genauso gut wie Abstand seien, die illegalen Partys.

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