https://www.faz.net/-gzg-9yj4k

„Fahrstuhl-Gate“ : Mehrere Anzeigen nach Spahns und Bouffiers Krankenhausbesuch

Mediziner und ranghohe Politiker in einem vollen Fahrstuhl am vergangenen Dienstag Bild: dpa

Mitten in der Corona-Pandemie steigen mehrere ranghohe hessische Politiker mit dem Bundesgesundheitsminister in einen vollen Fahrstuhl. Ein Journalist fotografiert die Situation. Nun liegen der Polizei mehrere Anzeigen vor.

          1 Min.

          Eigentlich haben sich Jens Spahn und Volker Bouffier bei ihrem Besuch im Uniklinikum Gießen am vergangenen Dienstag über den Kampf gegen die Corona-Pandemie informieren wollen. Doch nun könnte ein Foto, in welchem der Bundesgesundheitsminister und Hessens Ministerpräsident in einem vollen Fahrstuhl zu sehen sind, für rechtliche Folgen sorgen.

          Alexander Davydov
          Sportredakteur.

          Neben mehreren Ärzten sind auf dem Bild eines Journalisten des „Hessischen Rundfunks“ Politiker dichtgedrängt nebeneinander stehend zu erkennen. Darunter befinden sich Helge Braun, Chef des Bundeskanzleramts und selbst Arzt, Hessens Sozialminister Kai Klose und Michael Bußer, Sprecher der Hessischen Landesregierung.

          Wie eine Sprecherin der Polizei gegenüber der F.A.Z. bestätigte, sind als Reaktion auf das Bild bereits mehrere Anzeigen eingegangen wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen die Kontaktsperre. Diesen gehe man nun nach.

          „Fahrstuhl-Gate“ mit Folgen

          Zwar tragen alle Beteiligten einen Mundschutz, dennoch sorgte der „Fahrstuhl-Gate“ auch im Netz für Unverständnis. So schreibt eine Nutzerin über das auf Twitter geteilte Foto: „Das Bild zeigt doch ganz klar, dass diese Personen die Abstandsregeln nicht verinnerlicht haben, und ich vermute nun einfach Mal, dies liegt daran, dass jene auch sonst nicht praktiziert werden.“  Ein anderer Nutzer reagiert mit Verständnis auf die eingegangen Anzeigen bei der Polizei: „Grade in Zeiten wie diesen fände ich es wichtig, dass diejenigen, die Regeln verhängen, beim Bruch derselben auch büßen müssen.“

          Der hessische Regierungssprecher Michael Bußer erklärte bereits am Dienstag auf Anfrage der F.A.Z.: „Da muss man nicht groß drum herum reden: Das hätte nicht passieren dürfen. Auch wenn alle Mundschutz tragen, in diesem Aufzug stehen zu viele Menschen.“ Auch der Bundesgesundheitsminister gestand Fehlverhalten ein: „Ja, das geht besser: auch mit Mundschutz Abstand halten. Und das nächste Mal einfach die Treppe nehmen“, schrieb Spahn auf Twitter.

          In Hessen gilt seit dem 3. April ein Bußgeldkatalog, mit dem Verstöße gegen das Kontaktverbot mit bis zu 5000 Euro geahndet werden können. So seien Aufenthalte im öffentlichen Raum nur alleine, zusammen mit Angehörigen, die im gemeinsamen Haushalt leben oder zusammen mit einer Person, die nicht im eigenen Haushalt lebt, gestattet. Bei Begegnungen mit anderen Personen sei ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Ausnahmen gäbe es jedoch bei Zusammenkünften von Personen, die aus geschäftlichen, beruflichen, dienstlichen oder betreuungsrelevanten Gründen unmittelbar zusammenarbeiten müssen.

          Weitere Themen

          Eine letzte Chance

          FAZ Plus Artikel: F.A.Z. Frühdenker : Eine letzte Chance

          Nach den drei TV-Triellen wird der Kreis der Spitzenkandidaten zum Finale noch einmal erweitert. Für Ungeimpfte wird es langsam ungemütlicher. Und Klimaexperten diskutieren den Kampf gegen Klimawandel. Der F.A.Z.-Newsletter für Deutschland.

          Wie man eine Bierflasche auftreten kann Video-Seite öffnen

          Geht doch : Wie man eine Bierflasche auftreten kann

          Es gibt viele Möglichkeiten, Bierflaschen aufzumachen. Mit dem Feuerzeug, am Bierkasten oder auch mit dem zwölfer Schraubschlüssel aus der Werkzeugkiste. Es geht aber auch spektakulärer, wie F.A.Z.-Redakteurin Marie Lisa Kehler zeigt.

          Topmeldungen

          Kompatibel oder zu verschieden? Grünen- und FDP-Wahlplakate werden in Köln abgehängt.

          Koalitions-Vorsondierungen : So können Grüne und FDP regieren

          Die FDP ist für freie Fahrt auf Autobahnen, gegen Steuererhöhungen und für eine Beibehaltung des Krankenversicherungssystems. Die Grünen vertreten das Gegenteil. Was steckt hinter der Phantasie für ein „progressives Bündnis“?
          Rot, Gelb und Grün in Berlin – die Ampel scheint die beliebteste Koalition zu sein.

          Liveblog Bundestagswahl : Mehrheit laut Umfrage für Ampelkoalition

          Erste Rücktrittsforderungen an Laschet +++ Union bereit für Jamaika +++ Habeck und Baerbock wollen Verhandlungen gemeinsam führen +++ CDU-Generalsekretär verspricht „brutal offene“ Wahlanalyse +++ Alle Entwicklungen zur Bundestagswahl im Liveblog.
          Armin Laschet und CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak am Montag in Berlin

          Laschet und die Union : Der Kandidat, der enttäuschte

          Nach dem enttäuschenden Wahlergebnis muss der CDU-Vorsitzende Armin Laschet die Parteifreunde besänftigen. Vom zweiten Platz aus versucht die Union, eine Regierungsperspektive zu behalten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.