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Cornflakes-Café : Knallig bunt und zuckersüß

  • -Aktualisiert am

Flockenfreude: Simone Weber und Michael Stross in ihrem Laden Bild: Marcus Kaufhold

Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages, wie viele meinen. Das Frankfurter Cornflakes-Café bietet 75 Cerealien aus aller Welt an – von morgens bis abends und gerne kalorienhaltige.

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          „Wer abnehmen will, ist bei uns nicht richtig“, sagt Michael Stross, während er kleine, bunte Weizenkringel aus einer Pappverpackung in eine gläserne Schale schüttet, zuckerüberzogene Schokolinsen hinzufügt und die bunte Mischung mit Marshmallows garniert. Stross macht mit den süßen Frühstücksflocken Geld. Er führt mit Simone Weber und Nicole Wind das vor einem Monat eröffnete Cereal Culture Café in Bornheim.

          Das Cornflakes-Café an der Saalburgstraße wolle sich bewusst von den vielen Müslicafés abgrenzen, die einen bewussten und nachhaltigen Konsum vermitteln wollen, erzählt Stross. Die Betreiber versuchen gar nicht erst so zu tun, als habe der Konsum der Süßigkeiten irgendetwas mit gesunder Lebensführung zu tun. Es gehe um Genuss. Und um Nostalgie. „Viele Kunden fühlen sich beim Anblick der bunten Cornflakes in die Kindheit zurückversetzt“ sagt Stross. Andere erinnerten sich an das Frühstück eines vergangenen Urlaubs. Denn die 75 Cornflakessorten, die in dem Cereal-Culture-Café angeboten werden und mit 20 Sorten Aroma-Milch und Toppings kombiniert werden können, stammen aus der ganzen Welt – von Australien über Großbritannien bis nach Amerika.

          Keine gesunde Lebensführung

          Auch die Idee für das Café kam den Betreibern bei einem ihrer vielen Urlaube in Amerika. „Wir waren immer von der riesigen Auswahl an Cornflakes begeistert“, sagt Simone Weber. Als die drei Freunde dann von den vielen Cereal Cafés in London erfuhren, entschieden sie sich vor drei Jahren dazu, das Konzept auch in Frankfurt zu etablieren. So begannen die Betreiber im vergangenen Jahr mit dem Verkauf der süßen Cerealien beim Museumsuferfest aus einem Foodtruck heraus. Darauf folgten Street-Food-Festivals und Straßenfeste, auf denen sie ihre bunten Flakes verkauften. Mit dem ehemaligen Kiosk, der nur wenige Schritte von der U-Bahn-Station Bornheim Mitte entfernt liegt, haben Stross, Weber und Wind jetzt eine Bleibe gefunden. „Wir liegen sehr zentral und können dadurch viel Laufkundschaft erreichen“, sagt Weber.

          Kundinnen wie Steffi Mertzel. Sie sitzt vor einer prall gefüllten Cornflakes-Schüssel auf einer Holzbank des Cafés. Ihr Frühstück sehe sonst anders aus, gibt sie zu. „Das ist gesund, mit Haferflocken und Kleie.“ Heute aber befinden sich Unicorn Fruit Loops, das sind bunte Weizenkringel, und Lucky Charms, ebenso bunte Cornflakes mit Zuckerüberguss in ihrer Müslischale. Kennen würde sie beide Sorten nicht. „Mir hat die Verpackung mit den bunten Einhörnern so gut gefallen“, sagt Mertzel. Für das gute Gewissen habe sie sich dann bei der Auswahl des Toppings aber doch gegen die Marshmallows und für die kleingeschnittene Banane entschieden.

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