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Frankfurter Waldstadion : Eine Arena für Wasserschlachten, Rockkonzerte und Abstiegskrimis

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Das Stadion von heute: Das Waldstadion in Frankfurt nach seiner Umbenennung in Commerzbank Arena. Bild: Jonas Wresch

Vom „Victory Stadium“ zur Heimat der Eintracht: Vor 90 Jahren wurde das Waldstadion eröffnet. Noch heute gilt der Klassenerhalt von Eintracht Frankfurt nach einem 5:1 gegen Kaiserslautern als legendär.

          Die Wasserschlacht gegen Polen 1974, das Bruce-Springsteen-Konzert 1985, die Aufstiegsdramatik 2003 - das Stadion im Frankfurter Stadtwald ist Schauplatz einiger denkwürdiger Ereignisse gewesen. Vor 90 Jahren, am 21. Mai 1925, wurde das Waldstadion feierlicheröffnet, und aus Anlass dieses Jubiläums wurde jetzt in Erinnerungen geschwelgt: In der Veranstaltungsreihe „Tradition zum Anfassen“ waren die Vereins-Heroen Dieter Hochgesand, Anton Hübler, Erwin Stein und Manfred Binz am Donnerstagabend im Eintracht-Museum zu Gast.

          Bevor das Waldstadion wirklich zum Waldstadion wurde, gingen drei Jahrzehnte ins Land. Eröffnet wurde es als „Städtisches Stadion“, von 1933 an hieß es „Sportfeld“. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte ein Ausflug in den Stadtwald dann zum „Victory Stadium“, bevor sich in den fünfziger Jahren schließlich der Begriff etablierte, mit dem besonders die Frankfurter Eintracht verbunden wurde und wird. Bis zum Beginn der Fußball-Bundesliga 1963 spielte der Verein im Stadion am Riederwald. In der Folge entwickelte sich aber eine enge Bindung zwischen Waldstadion und Eintracht. So ist für Anton „Toni“ Hübler, den legendären Zeugwart der Adlerträger, das Stadion längst zur Heimat geworden. Und auch Erwin Stein, Doppeltorschütze 1960 gegen Real Madrid, findet, dass die Arena zu den schönsten in Deutschland gehöre, gerade wenn er einen Vergleich zum Stadion des FC Bayern ziehe, dieser „kalten Hütte“.

          Mit einem Kuss auf die Wange von Oberbürgermeisterin Petra Roth feierte Eintracht-Stürmer Jan-Aage Fjörtoft im Mai 1999 den Klassenerhalt.

          Die Ärgernisse in der Stadiongeschichte

          Dass nicht immer alles rosig war in der Beziehung zwischen der Eintracht und dem Waldstadion, davon wusste Dieter Hochgesand, langjähriger Sportreporter und ehemaliger Geschäftsführer der Stadion GmbH, zu berichten. Ein Ärgernis war zum Beispiel über viele Jahre der teils miserable Zustand des Rasens nach den Spielen der Footballer von Frankfurt Galaxy. Zudem gab es finanzielle Schwierigkeiten. „Es ist nicht möglich, ein Stadion mit Gewinn zu führen“, gab Hochgesand zu bedenken. Trotzdem sei diese Arena wichtig, sie sei „Teil der Kultur von Frankfurt“.

          In jungen Jahren: Rockstar Bruce Springsteen auf der Bühne bei seinem Konzert 1985 vor 53.000 Zuschauern im Waldstadion.

          Das Stadiongelände war in seiner langen Geschichte aber nicht nur Heimat der Fußballer. Auf den Tennisanlagen trainierte beispielsweise Steffi Graf ihren Aufschlag, und im Stadion boxte Muhammad Ali gegen Karl Mildenberger, Max Schmeling gegen den Dänen Larsen, und auch das erste deutsche Turnfest nach dem Krieg wurde auf dem Rasen gefeiert.

          Von den etwa 60 Zuschauern der Jubiläumsveranstaltung bekamen einige Gelegenheit, ihre persönlichen Lieblingserlebnisse aus dem Stadion zu erzählen. Ganz vorne dabei: das 5:1 der Eintracht gegen Kaiserslautern 1999, mit dem der Abstieg noch in letzter Minute abgewendet wurde, und Jay-Jay Okocha, der Oliver Kahn mit seinem Ball-Tänzchen anno 1993 mehrmals die Beine verknotete.

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