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Chemieunfall vor 25 Jahren : „Gelber Regen“ verätzt das Klima zu den Nachbarn

Tatortreiniger: In Kleingärten im Frankfurter Stadtteil Schwanheim waren Hilfsmannschaften nach dem Störfall am Rosenmontag 1993 damit beschäftigt, den giftigen „gelben Regen“ zu beseitigen. Bild: Foto Mirko Krizanovic

Heute vor 25 Jahren kam es im Werk Frankfurt-Griesheim der Hoechst AG zu einem der schwersten Chemieunfälle Deutschlands. Der Umgang mit dem Vorfall hat die Informationspolitik der Branche verändert.

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          Thomas Schlimme aus Griesheim kann sich noch genau erinnern, wie es war an dem Tag vor 25 Jahren, einem Rosenmontag: Über dem Frankfurter Stadtteil Schwanheim und Teilen des benachbarten Goldstein ging eine quittegelbe, giftige Wolke nieder und plötzlich waren Häuser, Straßen, Kleingärten, Bäume, Autos und Kinderspielplätze mit einem klebrigen, harzigen Stoff überzogen. Eine Substanz, von der anfangs niemand wusste, was es war. Im Werk Griesheim der damaligen Hoechst AG waren am frühen Morgen durch Bedienungsfehler über das Sicherheitsventil einer Anlage fast zwölf Tonnen eines Chemikaliengemisches entwichen.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Später wusste man, dass der „gelbe Regen“ zu 27 Prozent aus dem krebserregenden Stoff o-Nitroanisol bestand, einem Farben-Rohstoff. Wie viel des Gemisches mit dem Wind in Richtung Süden über den Main getragen worden ist, blieb offen. Betroffen waren 360.000 Quadratmeter Fläche und etwa 1400 Frankfurter. Aber auch auf dem Werksgelände des heutigen Industrieparks Griesheim und der angrenzenden Stroofstraße am Main ging das Gemisch nieder, das aus 30 verschiedenen Substanzen bestand.

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