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Klinikum Höchst : Aufbruch in der Psychiatrie

Ohne Leiter: Bislang steht noch kein Nachfolger für die Leitung der psychiatrischen Klinik in Höchst fest. Bild: Lukas Kreibig

Der bisherige Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Höchst verlässt das Klinikum. Im vergangen Jahr war die Klinik heftig in Kritik geraten.

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          Für die vor gut einem Jahr nach einem Fernsehbericht in die Kritik geratene Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Höchst wird ein neuer Chefarzt gesucht. Nach Angaben der Geschäftsführung von Mittwoch verlässt der bisherige Leiter Michael Grube das Klinikum. Er wolle sich von September an einer neuen Aufgabe widmen, heißt es in der Mitteilung. Wer seine Nachfolge antrete, stehe noch nicht fest.

          Ingrid Karb

          Blattmacherin in der Rhein-Main-Zeitung.

          In den vergangenen Monaten hat Grube zusammen mit einem interdisziplinären Team eine Reihe von strukturellen Veränderungen in der Klinik in die Wege geleitet. An der Klinik wurde ein Qualitätsmanagement eingeführt, das 2021 zertifiziert werden soll. Zudem wurden räumliche Veränderungen vorgenommen und das therapeutische Konzept überarbeitet.

          Kritik und Hinweise zur Verbesserung

          Damit wurden Empfehlungen des externen Beraters Hans-Joachim Kirschenbauer aufgegriffen. Der Berater war nach dem heimlich in der geschlossenen Station gefilmten Beitrag für die RTL-Sendung „Team Wallraff“ beauftragt worden, dort erhobenen Vorwürfen nachzugehen und die Lage in der Klinik zu untersuchen. Bis zum April dieses Jahres hat er insgesamt drei Berichte vorgelegt, in denen er die Situation analysiert, Kritikpunkte aufzeigt und Verbesserungsvorschläge macht.

          Sowohl in dem Fernsehbeitrag als auch in Kirschenbauers Bericht wurden auch die ärztlichen Visiten kritisiert, weil sie unter einem starken Zeitdruck standen. Kirschenbauer gibt in seinem Abschlussbericht Hinweise, wie die Kommunikation mit Patienten, Angehörigen und Mitarbeitern verbessert werden könne. Er empfiehlt, eine wertschätzende Klinikkultur und eine Visitenkultur zu etablieren. Außerdem sollten ein Leitbild entwickelt, Konzepte für die stationäre und ambulante Behandlung erstellt, die Zusammenarbeit mit Polizei, Richtern, der Stadt und Selbsthilfegruppen verbessert, der Zuschnitt der Stationen verändert und ein Risikomanagement eingeführt werden.

          Nachdem viele der Veränderungen auf den Weg gebracht worden seien, sei es für ihn „an der Zeit, noch einmal etwas Neues anzugehen, bevor ich mich in den Ruhestand verabschiede“, sagt Grube zu seinem Weggang. Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Die Grünen) sagte auf Nachfrage, er hoffe, dass die Stelle nahtlos wieder besetzt und der Aufbruch unter neuer Leitung fortgeführt werden könne.

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