https://www.faz.net/-gzg-8duoo

Eintracht Frankfurt : „Der arme Meier soll alles machen“

  • -Aktualisiert am

„Ich fürchte, es wird alles noch viel schlimmer, wenn wir erst mal auf einen Abstiegsplatz abgerutscht sind“: Karl-Heinz Körbel sorgt sich um die Eintracht. Bild: Imago

Karl-Heinz Körbel ist Eintracht- Rekordspieler und dem Klub noch immer eng verbunden: Ein Gespräch über fehlende Persönlichkeiten, den „angeschossenen“ Trainer Veh und die „sehr gefährliche“ Situation.

          4 Min.

          Bedeutet das 0:0 gegen den HSV Stillstand oder einen Fortschritt?

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Für das 0:0 gibt es einen Punkt, somit war es ein Fortschritt. Andererseits hat dummerweise Hoffenheim gegen Mainz gewonnen. Es ist schon so weit, dass ich den Mainzern die Daumen gedrückt habe. Beim Blick auf die Tabelle sieht man sofort, dass die Eintracht ruck, zuck auf den Relegationsplatz abrutschen kann. Ich habe gesagt, wir müssen aus den beiden Heimspielen gegen den HSV und Schalke unbedingt vier Punkte holen. Das ist noch möglich, aber es wäre mir lieber gewesen, wir hätten schon gegen den HSV drei Punkte geholt. Die haben uns immer gelegen. Gegen Schalke wird es viel schwerer. Wenn wir uns gegen Sané oder Huntelaar diese Fehler in der Abwehr erlauben, dann verlieren wir. Die beiden lassen sich solche Gelegenheiten nicht entgehen. Der HSV hatte vier, fünf hundertprozentige Chancen.

          Was läuft schief bei der Eintracht?

          Bis zum Freitag hatte ich manchmal den Eindruck, die Spieler wissen gar nicht so recht, um was es geht, sie nehmen die Situation gar nicht richtig ernst. Gegen den HSV war das anders. Sie wussten genau, was bei einer Niederlage passiert – und so spielten sie auch. Völlig gehemmt, völlig verunsichert und ängstlich. Wer immer den Ball hatte, war der Depp. Denn er konnte nichts tun. Manche haben sich so gestellt, dass sie unmöglich angespielt werden konnten. Abraham ist zwei-, dreimal 30 Meter mit dem Ball quer über den Platz gelaufen und wurde ihn nicht los. Durch die Hereinnahme von Seferovic wurde es in der zweiten Halbzeit etwas besser. Insgesamt wurden mehr die Zweikämpfe gesucht, und es gab mehr Leidenschaft und auch ein paar Chancen. Aber insgesamt war das nicht genug. Der HSV war in der zweiten Halbzeit auch nicht gut und hat schon in der ersten Hälfte ein paar leichte Fehler gemacht. Es gab Phasen, da war es wie beim Flippern. Die Kugel sprang hin und her. Aber die Eintracht konnte das nicht nutzen. Deshalb ist es so schlimm, dass wir nicht gewonnen haben.

          Wie kann es sein, dass niemand den Ball haben will?

          Es fehlen einfach die Persönlichkeiten in der Mannschaft. Das fällt mir schon länger auf. Wenn ich mir selbst die Frage stelle: Wer soll es richten? Dann fällt mir keine Antwort ein.

          Was ist mit Alex Meier?

          Der arme Kerl soll alles machen: Tore schießen, die Mannschaft führen, kämpferisches Vorbild sein. Er schießt ja die Tore und er versucht, auf dem Platz voranzugehen. Gegen den HSV hat er sogar in der Abwehr ausgeholfen und sich Bälle im Mittelfeld geholt.

          Gibt es Alternativen zu Meier?

          Aigner hätte die Persönlichkeit, aber er ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um seine Form zu finden. Für Oczipka gilt das Gleiche. Stendera ist noch zu jung. Aber er weiß immerhin, was die Stunde geschlagen hat. Er haut sich mit seinen 20 Jahren voll rein, er grätscht sich von Zweikampf zu Zweikampf – und das als Techniker.

          Wie kommt die Eintracht aus dem Schlamassel?

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Eine Frau telefoniert in einer Telefonzentrale für die Arzthotline 116117 des ärztlichen Bereitschaftsdienstes.

          Keine Impftermine möglich : Nette, aber hilflose Impfhotlines

          Die Impfstoffbeschaffung ist Bundessache, das Verabreichen aber die der Länder. In keinem von ihnen lässt sich ein Termin für eine Impfung vereinbaren. Die Länder halten den Bund für schuldig – und Pfizer.
          Das erste Interview nach seiner Wahl zum CDU-Vorsitzenden: Ministerpräsident Armin Laschet in der Düsseldorfer Staatskanzlei.

          Interview mit Armin Laschet : „Auch mit Friedrich Merz“

          Ein Gespräch mit dem neuen CDU-Vorsitzenden Armin Laschet über die Einbindung des unterlegenen Konkurrenten, die Kanzlerkandidatur, den Kampf gegen Corona, sein Verhältnis zu Russland, die Seidenstraße – und über Twitter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.