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Charles M. Huber : Premiere am CDU-Stand

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Fernseh-Star Charles M. Huber will für die CDU in den Bundestag. Dazu muss er erst an Brigitte Zypries (SPD) vorbei. Bild: dpa

Erst kam ein freundlicher Autogrammjäger, dann eine angriffslustige frühere SPD-Bundesministerin. TV-Star Charles M. Huber erlebte in Darmstadt einen Vorgeschmack auf sein Jahr als Bundestagskandidat der CDU.

          Früher Krimi-Star, jetzt Straßenwahlkämpfer und Bundestagskandidat für die Darmstädter CDU: Der Schauspieler Charles M. Huber ließ sich am Samstag bei einer Premiere zuschauen - der 55-Jährige stand zum ersten Mal an einem Infostand in der Fußgängerzone. Unter einem Sonnenschirm mit Partei-Logo hörte er in der Darmstädter City einigen Passanten und vielen CDU-Mitgliedern zu.

          „Die Leute wollen jetzt auch wissen, mit wem sie es zu tun haben“, sagte Huber. Seine Kür zum Bundestagskandidaten im Wahlkreis 186 hatte Ende August über Darmstadt hinaus Schlagzeilen gemacht - man kennt ihn eben noch als Assistent in der ZDF-Krimiserie „Der Alte“. Er kandidiere sicher nicht für den Bundestag, um bekannt zu werden, erklärte er mit Hinweis auf den Fernseherfolg. „Den Eitelkeitsfaktor können Sie bei mir mit null ansetzen.“

          ZDF statt SPD

          Huber betonte, er sei schon lange politisch engagiert, habe Bundeskanzlerin Angela Merkel in zwei Wahlkämpfen unterstützt und wolle nun als Quereinsteiger vor allem auf die Bürger hören. Doch seine Unterstützer aus der Darmstädter CDU um die frühere hessische Kultusministerin Karin Wolff wissen, dass sie das bekannte TV-Gesicht noch als lokalen Bewerber positionieren müssen. Seit einiger Zeit touren sie mit ihm durch die CDU-Ortsverbände. Huber wird bald von München nach Darmstadt ziehen und sich nur noch der Kandidatur widmen.

          Wie sein Jahr als Kandidat bis zur Wahl verlaufen könnte, erlebte Huber gleich bei seiner Infostand-Premiere: Erst begrüßte ihn ein Sammler von Autogrammen, der sich mit dem Satz verabschiedete: „Wenn ich wählen müsste, vielleicht das ZDF, weil das die besten Krimis hat.“ Nur einen Augenblick später steuerte dann SPD-Konkurrentin Brigitte Zypries auf ihn zu.

          „Ein Mensch, mit dem man normal reden kann“

          Die frühere SPD-Bundesjustizministerin, die den Wahlkreis zuletzt mit hauchdünner Mehrheit gewonnen hatte, lächelte - aber eigentlich zeigte sie Huber die Zähne. „Wenn man hier was werden will, muss man präsent sein und sich an Diskussionen beteiligen - da habe ich noch nichts von Ihnen gelesen“, sagte Zypries und forderte Aussagen zu Betreuungsgeld und Rente. Huber entgegnete ebenfalls lächelnd: „Das werden Sie noch alles erfahren.“

          Zumindest bei der Parteibasis gewann er mit seinem zurückhaltenden Auftreten Sympathien. Der 88-jährige Klaus Kaeber, seit Jahrzehnten in der CDU, lobte nach einer Plauderei mit Huber: „Ein Mensch, mit dem man normal reden kann.“ Die Vergangenheit des Kandidaten als Fernsehstar spielte für Kaeber keine Rolle: „Daher kannte ich ihn gar nicht, ich schaue nicht viel fern.“

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