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Nach Streit mit Darmstädter CDU : Charles Huber kein Thema mehr

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Kein Thema mehr: Charles M. Huber wird kein zweites mal in Südhessen antreten. Bild: dpa

Charles Huber wird in Südhessen nicht abermals antreten. Nach dem Streit mit dem Schaupieler und Politiker hat die Darmstädter CDU nun Kotoucek als Kreisvorsitzenden bestätigt.

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          Die Darmstädter CDU hat es in den vergangenen Jahren verstanden, sich einige Alleinstellungsmerkmale zuzulegen. So ging die Partei 2011 das Wagnis ein, erstmals in Hessen als Juniorpartner in eine Koalition mit den Grünen einzutreten. Auf dem Kreisparteitag am Dienstag in Eberstadt hat der Parteivorsitzende dieser hessischen Einmaligkeit noch einen weiteren Aspekt hinzugefügt. So früh wie noch nie nach einer Bundestagswahl eröffnete Ctirad Kotoucek das Rennen um die Nominierung des Wahlkreiskandidaten für die nächste Wahl. Bis dahin sind zwar noch Jahre Zeit. Fest steht allerdings in Darmstadts CDU heute schon, dass Charles M. Huber in Südhessen nicht abermals antreten wird.

          Rainer Hein

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Darmstadt.

          Kotoucek hat auf dem Parteitag in seinem Bericht die „bedauerliche Entwicklung“ seit der Bundestagswahl im September 2013 noch einmal erläutert: Der einstimmige Beschluss der Findungskommission aus Stadt und Land, den früheren Schauspieler aus München mit CSU-Parteibuch als Nachfolger des Bundestagskandidaten Andreas Storm zu nominieren. Die Hoffnung, mit dem bayerischen Import gegen die SPD-Herausforderin Brigitte Zypries „wettbewerbsfähig“ zu sein. Dann die ersten Dissonanzen während des Wahlkampfs nach Hubers Vorwürfen, er werde nicht ausreichend unterstützt. Die Verschärfung dieser Kritik am Wahlabend durch Hubers Vorwurf der Sabotage. Die vergeblichen Versuche, durch Gespräche die Vertrauensbasis mit Huber, der im September über die Landesliste in den Bundestag einzog, wiederherzustellen. Schließlich das Resultat dieser Versuche, das Kotoucek so zusammenfasste: „Wir verfolgen die Zusammenarbeit mit Huber nicht mehr weiter. Das Ergebnis ist enttäuschend für uns alle.“

          Kotoucek einziger Kandidat

          Für die CDU-Basis ist die Causa Huber inzwischen kein Anlass mehr zu innerparteilicher Erregung. Nicht einen Delegierten verlangte es in Eberstadt nach einer Aussprache über das außergewöhnliche Zerwürfnis. Und Darmstadts Bundestagsabgeordneter war erst gar nicht erschienen und hatte dem Parteivorstand auch kein schriftliches Grußwort übermittelt. Was auch verwunderlich gewesen wäre. Nach der Entscheidung der Parteispitze vor einigen Wochen, das Tischtuch zu zerschneiden, hatte der einstige Schauspieler abermals kräftig nachgelegt und in einer Steigerung seiner Theatralik Kotoucek als „kleinen Parteifunktionär“ beschimpft, ihn des Dilettantismus bezichtigt und seinen Rücktritt verlangt.

          Falls Huber die indirekte Antwort seiner Parteifreunde über das parteiinterne Miteinander überhaupt noch interessiert, könnte er sie heute in den Zeitungen nachlesen. Kotoucek wurde am Dienstag als einziger Kandidat aufgestellt und als Kreisvorsitzender wiedergewählt. Von den 68 Delegierten stimmten 50 für ihn, 14 votierten mit Nein, vier Stimmen waren ungültig. Er erreichte damit ein Resultat, das in dem für ihn gewohnten Korridor liegt: 2012 waren es 55 von 63 Stimmen, die auf Kotoucek entfielen, 2010 votierten 44 von 77 Delegierten für ihn.

          „ausgesprochen erfolgreiche“ Bilanz

          Auch zum anderen Alleinstellungsmerkmal, der Koalition mit den Grünen, hat sich auf dem Parteitag kein Delegierter zu Wort gemeldet. Mit der Bilanz des Parteivorsitzenden und des Fraktionsvorsitzenden Hartwig Jourdan, so muss man dies wohl werten, ist die Partei also grundsätzlich einverstanden.

          Die Bilanz trug die Überschrift „ausgesprochen erfolgreich“, was sich auf die „unideologische“ und „lösungsorientierte“ Zusammenarbeit mit den Grünen ebenso bezog wie auf das Abschneiden der CDU bei der Landtagswahl im vergangenen Jahr. Dass in Wiesbaden inzwischen Schwarz-Grün regiert, daran habe, so hob Kotoucek hervor, „auch Darmstadt mitgeschrieben“.

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