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Bouffier gegen Merz : In den Schützengräben

  • -Aktualisiert am

Der hessische empfiehlt den nordrhein-westfälischen Ministerpräsident für den CDU-Vorsitz: Volker Bouffier (links) und Armin Laschet bei einer Bundesratssitzung im November 2020 Bild: dpa

Dass Bouffier Laschet favorisiert und Spahn noch mehr zutraut, ist seit langem bekannt. Auffällig ist die Entschiedenheit, mit der er sich gleichzeitig immer wieder gegen Merz wendet.

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          Für Friedrich Merz, einen der drei Kandidaten für das Amt des CDU-Bundesvorsitzenden, war es ein heftiger Schlag ins Kontor: Seinen Vorwurf, das Berliner „Establishment“ wolle ihn als Parteichef verhindern, nannte Volker Bouffier (CDU) im Oktober „wirklich albern, falsch und widersinnig“. Die Wirkung dieser Kritik war für Merz so verheerend, weil der hessische Ministerpräsident mit dem Nimbus des über den Dingen stehenden, bei weitem dienstältesten Regierungschefs in Deutschland sprach.

          Tatsächlich aber äußerte Bouffier sich in diesem Moment in eigener Sache. Er war nämlich maßgeblich an dem Versuch beteiligt, Merz, den hohen Favoriten für das Amt des Parteichefs, dafür zu gewinnen, die Abstimmung zu verschieben. Der Sauerländer ist in der Partei keineswegs der Einzige, der darin das Ziel erkannte, Laschet noch mehr Zeit zu geben, um seine schwache Performance im Kampf gegen die Pandemie und sein öffentliches Ansehen zu verbessern. Bouffiers Manöver im Oktober war schlecht vorbereitet und endete in einem hässlichen öffentlichen Streit. Als seine beste Verteidigung betrachtete er damals den Angriff auf Merz.

          Der hessische Regierungschef genießt in der Republik den Ruf eines umsichtigen und maßvoll agierenden Regierungschefs. Sein beinahe präsidiales Ansehen macht Bouffier sich gern und mit großem Geschick auch dann zunutze, wenn er in den Schützengräben parteipolitischer Kämpfe unterwegs ist – so wie jetzt gerade. Dass Bouffier Laschet favorisiert und Spahn noch mehr zutraut, ist seit langem bekannt. Auffällig ist die Entschiedenheit, mit der er sich gleichzeitig immer wieder gegen Merz wendet.

          Der steht nicht nur für bestimmte Positionen. Er wurde einst von der heutigen Bundeskanzlerin Angela Merkel entmachtet und ist Gegner ihrer Politik. Bouffier hingegen hat Merkels Kurs auch als stellvertretender Bundesvorsitzender bis heute immer eisern mitgetragen. Wer Merkel kritisiert, kritisiert auch Bouffier. Wer hingegen, wie Laschet, ihre Politik fortsetzen will, hat seinen Segen. Für Bouffier geht es in der ganzen Auseinandersetzung nicht nur um Laschet oder Merz. Es geht um ihn selbst.

          Ewald Hetrodt
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

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