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CDU räumt Bundestagsmandate ab : Schröder erklärt Rückzug, Steinbach und Jung wiedergewählt

Familienmensch: Bundesministerin Kristina Schröder während des Besuchs einer Kindertagesstätte. Bild: dpa

Bundesfamilienministerin Schröder (CDU) hat den Wahlkreis Wiesbaden geholt, zieht sich aber aus dem Bundeskabinett zurück. Ihre Partei hat bis auf wenige Ausnahmen die Bundestagsmandate in Hessen abgeräumt.

          Die CDU hat die Bundestagswahl in Hessen für sich entschieden. Das gilt vor allem für die Direktmandate. Aber auch bei den Zweitstimmen liegt sie klar vor der SPD. Nach dem vorläufigen Ergebnis hat die Union 39,2 Prozent geholt, ein Plus von sieben Punkten. Die SPD kommt auf 28,8 Prozent und damit 3,2 Punkte mehr als 2009. Die FDP erreichte 5,6 Prozent, ein Minus von 11,0 Punkten, während die Grünen 2,1 Prozent auf 9,9 Prozent verloren haben. Auf die Linke entfielen 6,0 Prozent, ein Minus von 2,5 Prozent. Die Alternative für Deutschland (AfD) holte aus dem Stand 5,6 Prozent.

          Mona Jaeger

          Redakteurin in der Politik.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat am Wahlabend ihren Rückzug aus dem Bundeskabinett angekündigt. „Ich habe mich entschieden, für das nächste Kabinett nicht wieder als Ministerin zur Verfügung zu stehen“, sagte Schröder am Sonntagabend in Wiesbaden.

          „Ich möchte zukünftig mehr Zeit für meine Familie haben, vor allem für meine Tochter Lotte.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe sie diesen Beschluss schon Anfang des Jahres mitgeteilt, sagte die 36 Jahre alte Politikern. Schröder war seit 2009 Familienministerin, sie wurde als amtierende Ministerin Mutter. Als Bundestagsabgeordnete wurde Schröder in Wiesbaden wiedergewählt. Und zwar mit 43,6 Prozent der Stimmen.

          Riesenhuber mit bestem Ergebnis

          Das beste Ergebnis seit 23 Jahren, 52,5 Prozent, feierte dagegen der frühere Bundesforschungsminister Heinz Riesenhuber (CDU). Dies sei ein formidabler Sieg für Merkel, eine einzigartige Anerkennung ihrer Politik und Anlass zu großer Freude, sagte er. Im Main-Taunus-Kreis habe die Union wie immer zusammengestanden und großartig gekämpft. Dafür bedanke er sich. Noch am Wochenende habe er zwölf Infostände besucht und sich an dem großen Engagement und der Begeisterung gefreut. Er bedauere sehr, dass der Partner FDP nicht mehr im Bundestag vertreten sei.

          Der Mann mit der Fliege: Heinz Riesenhuber (CDU) hat das beste Ergebnis seit 23 Jahren erzielt

          Noch keine Gratulation wollte dagegen Erika Steinbach annehmen, solange nicht alle Stimmen ausgezählt waren. Bei ihr, die in Frankfurt antritt, war es knapper, Konkurrentin Ulli Nissen von der SPD schlug sich gut und liegt nach 160 von 245 Wahlbezirken nur knapp fünf Punkte hinter der Präsidentin des Bundes der Vertriebenen. Zum CDU-Resultat auf Bundesebene sagt sie: „Das ist ein wunderbares Ergebnis. Das hätte ich so nicht erwartet.“ Am Ende siegte aber Steinbach im Wahlkreis Frankfurt II mit 36,3 Prozent gegenüber 30,4 Prozent von Nissen.

          Wiedergewählt: Erika Steinbach in Frankfurt.

          Vor vier Jahren musste die frühere Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) noch bis in den späten Abend warten, bis klar war, dass sie das Direktmandat in Darmstadt errungen hat. Diesmal kam die Nachricht früher: sie hat sich durchgesetzt. Und das gegen einen anderen prominenten Kandidaten, den Schauspieler Charles Huber (CDU). Letztlich erreichte sie 37,3 Prozent zu 35,9 Prozent für Huber.

          Zypries zeigte sich von dem Wahlergebnis ihrer Partei indes enttäuscht. Gut die Hälfte der Nation scheine offensichtlich „sehr einverstanden zu sein mit den Verhältnissen“. Damit habe die SPD nicht gerechnet. Zu möglichen politischen Optionen sagte die frühere Bundesjustizministerin, eine „Alleinherrschaft der CDU“ halte sie keineswegs für so schlecht. Dann werde es mit der SPD eine „anständige Opposition“ geben. Zu einer Großen Koalition wollte sie sich nicht äußern. Dazu sei es noch zu früh.

          Klares Ergebnis: Brigitte Zypries gewinnt ihren Wahlkreis.

          Im Wahlkreis Frankfurt I hat Matthias Zimmer (CDU) das Rennen gemacht, er holte 40,2 Prozent der Stimmen. Im Hochtaunuskreis siegte Markus Koob (CDU) mit 48,8 Prozent. Im Wahlkreis Wetterau I hat ebenfalls ein CDU-Bewerber die Nase vorn: Oswin Veith siegte mit gut 47 Prozent der Stimmen. Auch der Wahlkreis Main-Kinzig-Wetterau II ist „schwarz“. Dort hat Peter Michael Tauber mit fast 49 Prozent gewonnen. Der Wahlkreis Offenbach entsendet ebenfalls einen Christdemokraten nach Berlin: Heinz Peter Wichtel siegte mit 45,5 Prozent. Der Wahlkreis Groß-Gerau bleibt in der Hand der Union. Für sie geht abermals der frühere Verteidigungsminister Franz Josef Jung in den Bundestag. Im Rhein-Taunus nebst Limburg hatte der SPD-Bewerber ebenfalls keine Chance, es gewann Klaus Peter Willsch (CDU). In Gießen zog Rüdiger Veit (SPD) gegen Staatssekretär Helge Braun (CDU) den Kürzeren. In Hanau setzte sich Katja Isabel Leikert mit 44,3 Prozent durch. An der Bergstraße gewann Unionsvertreter Michael Meister mit gut 48 Prozent.

          In Marburg hat es dagegen Sozialdemokrat Sören Bartol geschafft, während in Kassel seine Parteifreundin Ulrike Gottschalck schaffte.

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