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Wahlkreise auf der Kippe : Die CDU und die Furcht um Direktmandate

Stimmabgabe: Ein Mann wirft seinen Stimmzettel in eine Wahlurne. Bild: dpa

Die hessische CDU könnte bei der Bundestagswahl mehrere Direktmandate an SPD und Grüne verlieren. Die Daten dafür sind allerdings mit Vorsicht zu betrachten.

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          Seitdem Angela Merkel vor 16 Jahren Bundeskanzlerin wurde, gab es alle vier Jahre zur Bundestagswahl das gleiche Bild: Der Norden Hessens wählte in den Wahlkreisen per Erststimme den jeweiligen SPD-Kandidaten, der Süden meist den CDU-Bewerber. Doch in diesem Jahr drohen den Christdemokraten bei den Direktmandaten ähnliche Verluste wie zuletzt 2005 oder 1998: Nach einer Projektion des Statistikbüros Election.de könnte die CDU in Hessen acht Wahlkreise verlieren, sieben davon an die SPD und einen an die Grünen (Frankfurt II). Der Anbieter Wahlkreisprognose.de aus Berlin geht sogar davon aus, dass die CDU nur zwei Direktmandate in Hessen gewinnen könnte (Fulda und Gießen), beim Erfurter Umfrageinstitut Insa Consulere sind es ebenfalls nur zwei, in dem Fall Fulda und Main-Taunus. „Wir kalkulieren vorsichtiger als andere“, sagt Election.de-Chef Matthias Moehl mit Blick auf die verschiedenen Projektionen.

          Falk Heunemann
          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Für die Sonntagsfrage nach der aktuellen Wahlabsicht werden repräsentative Umfragen mit einer Zufallsstichprobe von Bürgern vorgenommen, meist per Telefon. Diese in allen Wahlkreisen mit jeweils mehreren Hundert Bürgern durchzuführen, um statistisch relevante Ergebnisse zu erhalten, würde kaum jemand bezahlen. Für ihre Projektion verrechnen die Anbieter daher vielmehr die aktuellen bundesweiten Umfrageergebnisse von mehreren Instituten mit früheren Wahlergebnissen und mit anderen Faktoren. Einkalkuliert wird zum Beispiel, wie stark früher in einzelnen Bundesländern oder Wahlkreisen das Resultat vom Gesamtergebnis abwich oder auch ob ein Politiker zur Wiederwahl steht. Wegen dieser Rechenmethode werden – anders als bei der Sonntagsfrage – keine Prozentergebnisse angegeben, sondern nur Wahrscheinlichkeiten, dass ein Wahlsieg eintreten könnte.

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