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Parteitag der hessischen CDU : Bouffier ermahnt zur Disziplin

Der Ministerpräsident Hessens, Volker Bouffier, am Wahlabend im Konrad-Adenauer-Haus. Bild: Lucas Bäuml

Der hessische Ministerpräsident gilt als Fürsprecher des Kanzlerkandidaten Laschet. Über Konsequenzen nach dessen Wahlniederlage will er aber nicht reden.

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          Bouffier warnte die Union davor, „dass wir uns jetzt selbst zerlegen“. In Hofheim trat er am Montagabend anlässlich eines kleinen Parteitages seines Landesverbandes gemeinsam mit Helge Braun, dem hessischen Spitzenkandidaten, vor die Presse. Das Wahlergebnis entspreche nicht ansatzweise den Erwartungen der CDU, hieß es. Es sei „sehr bitter“. Die CDU leite daraus nicht den Anspruch ab, Regierungsverantwortung zu übernehmen, betonten die beiden Politiker unisono. Damit bekräftigten sie die Botschaft, die am Montagmorgen vom Bundesvorstand ausgegangen war. So soll der Eindruck korrigiert werden, dass die Union das Votum der Bürger nicht wirklich angenommen habe. „Wir haben verstanden“, sagte Bouffier. Jetzt seien erst andere Parteien an der Reihe, miteinander zu reden. „Aber wenn wir gefragt werden, stehen wir bereit, Verantwortung zu übernehmen.“

          Ewald Hetrodt
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Nach seinem Eintreten für den Kandidaten Armin Laschet gefragt, sagte Bouffier, dass dies eine Entscheidung des Bundesvorstands gewesen sei, zu der er stehe. Allerdings habe es im Wahlkampf keine Geschlossenheit gegeben. Laschet sei es nicht gelungen, „seine Stärken rüberzubringen“. Auf die Frage nach seiner persönlichen Verantwortung für Laschets Wahlniederlage und möglichen Konsequenzen antwortete Bouffier, dass es jetzt darum gehe Disziplin zu bewahren und nicht „wie ein Hühnerhaufen hin- und herzurennen“. Braun betonte, die CDU habe den Anspruch, Volkspartei zu bleiben. Die zwölf in den Bundestag gewählten Hessen würden ihren Beitrag dazu leisten und wollten innerhalb der Bundestagsfraktion ein Hort der Stabilität sein.

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