https://www.faz.net/-gzg-7ssq2

Car2go nicht dabei : Frankfurt will freies Parken für Carsharing testen

Freie Parkplätze für das Carsharing: Das Modell will die Stadt Frankfurt Anfang 2015 testen, während der Anbieter Car2go schon ab Herbst loslegt. Bild: Rüchel, Dieter

Im Herbst soll ein flexibles Carsharing-Modell von Car2go kommen. Einen Verkehrsversuch zu diesem Modell will die Stadt erst noch machen und führt Gespräche mit mehreren Anbietern. Doch Car2go ist im Moment nicht dabei.

          2 Min.

          Die Stadt Frankfurt plant zum nächsten Frühjahr einen Verkehrsversuch für Carsharing ohne feste Stationen. Nach Mitteilung des Verkehrsdezernats sollen Carsharing-Nutzer ein gemietetes Auto auch in Parkscheinzonen und in Parkhäusern abstellen dürfen, ohne dafür extra zahlen zu müssen. Üblicherweise arbeiten Carsharing-Unternehmen mit festen Parkplätzen.

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Für diesen Versuch sei das Straßenverkehrsamt seit einigen Monaten in Gesprächen mit unterschiedlichen Carsharing-Anbietern, teilte Verkehrsdezernent Stefan Majer (Die Grünen) mit, nachdem die Daimler-Tochter Car2go am Tag zuvor angekündigt hatte, am 8. September ihr flexibles Carsharing-Modell in Frankfurt mit 250 Leihwagen einzuführen. Allerdings mit etwas eingeschränkter Leistung. Dürfen in anderen Städten die Autos auch auf kostenpflichtigen öffentlichen Parkplätzen abgestellt werden, so ist das Parken in Frankfurt - mit Ausnahme von fest gebuchten Stellplätzen in fünf Parkhäusern - in Parkschein- und Anwohnerparkzonen tabu.

          Stadt und Daimler wohl uneinig

          Vertreter von Car2go saßen mit am Gesprächstisch für den Frankfurter Verkehrsversuch, wollten aber nicht mehr bis zum nächsten Frühjahr warten, wie ein Sprecher auf Anfrage sagte. „Wir sind grundsätzlich weiter gesprächsbereit“, erläuterte er. An den Verhandlungen ist laut Straßenverkehrsamt außer den beiden lokalen Anbietern Stadtmobil und Book-n-Drive auch das Unternehmen Citeecar beteiligt. Ein umstrittener Punkt ist die Frage, wie viele Autos jeweils an dem Versuch teilnehmen dürfen. Die Vorstellungen der Stadt waren in diesem Punkt offenbar andere als die von Car2go. „Wir brauchen eine bestimmte Anzahl von Fahrzeugen, damit das Modell für uns wirtschaftlich tragfähig ist“, sagt der Daimler-Sprecher.

          „Ich wünsche Car2go, das sich entschieden hat, sein Angebot außerhalb unseres vergleichenden Verkehrsversuchs zu starten, viel Erfolg“, ließ Verkehrsdezernent Majer mitteilen. Er sei zuversichtlich, den geplanten Verkehrsversuch mit weiteren Anbietern im Frühjahr 2015 starten zu können. Die Stadtverordnetenversammlung muss noch zustimmen.

          Für kurze Fahrten geeignet

          Die Stadt Frankfurt ist über Tochtergesellschaften zu zwei Dritteln am bisher größten Carsharing-Anbieter in Frankfurt, Book-n-drive, beteiligt. Book-n-Drive hat, auch dank der Kooperation mit dem Carsharing-System der Deutschen Bahn, Flinkster, mit 430 Autos die größten Flotte in Rhein-Main. 200 Autos davon sind in Frankfurt stationiert. Stadtmobil kommt auf 125 Fahrzeuge, Citeecar auf 70.

          Der Vorteil von Car2go ist die Flexibilität, da das Auto nach dem Konzept überall in der Stadt abgestellt werden und so lange genutzt werden darf, wie ein Kunde möchte. Das kann aber teuer werden. Car2go kostet mehr als klassisches Carsharing und eignet sich vor allem für kurze Fahrten in der Stadt. Die durchschnittliche Entfernung der Nutzer liegt laut Unternehmen zwischen 5 und 15 Kilometern. Abgerechnet wird nach Minuten. Eine Minute kostet inklusive Kraftstoff, Parkgebühren und Versicherung 29 Cent, eine Stunde 14,90 Euro. Die ersten 50 Kilometer sind damit bezahlt, jeder weitere Kilometer kostet zusätzlich 29 Cent.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Tel Aviv, draußen vor einer Bar, Ende März 2021

          Corona in Israel : Was wollten wir mehr?

          In Israel sind wir jetzt nahezu coronafrei. Aber haben wir die Normalität zurückgewonnen? Ein Rückblick auf das letzte Jahr für mich und mein Land.

          Casa San Antonio Frankfurt : Gestrandet wider Willen

          In der Casa San Antonio kommen Ausländer unter, die in Deutschland arbeiten wollen. Normalerweise leben sie hier nur einige Monate – doch Corona vereitelt ihre Pläne.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.