https://www.faz.net/-gzg-9hme2

Buslinie soll aus City heraus : „Fatales Zeichen“ für Nahverkehr

  • -Aktualisiert am

Soll künftig nur noch von Bad Vilbel bis zur Frankfurter Stadtgrenze fahren: Die Busline 30 Bild: Wolfgang Eilmes

Der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling will die Buslinie 30 angesichts drohender Fahrverbote aus der Frankfurter Innenstadt verbannen. Jetzt wehren sich die Bad Vilbeler.

          Protest richtet sich in Bad Vilbel gegen Pläne der Stadt Frankfurt, die Buslinie 30, die Bad Vilbel mit Frankfurt verbindet, künftig nicht mehr bis ins Frankfurter Stadtzentrum fahren zu lassen. Was bedeutet, dass diese Linie vom Bad Vilbeler Nordbahnhof nur noch bis zur Friedberger Warte an der Stadtgrenze unterwegs ist. Dort sollen Fahrgäste aus Richtung Bad Vilbel in die Straßenbahnlinie 18 umsteigen, um in die City kommen. Die Straßenbahn soll dafür häufiger fahren.

          Dieser Schritt steht, wie der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) bestätigt, im Zusammenhang mit dem drohenden Diesel-Fahrverbot. Bei der Route der Linie 30 handele es sich um ein stark von Abgasen belastete Strecke. Um die Werte zu senken sei der vermehre Einsatz von Straßenbahnen eine Option.

          Die Nachbarstadt ist nicht einverstanden

          Für die Linie 30 heißt das, dass sie vom Fahrplanwechsel im Dezember 2019 an sozusagen nur noch Zubringerdienste leistet. Womit man in der Nachbarstadt nicht einverstanden ist. Der Bad Vilbeler Verkehrsdezernent Sebastian Wysocki (CDU) spricht sogar von einem „fatalen Zeichen“ für die Bemühungen, den öffentlichen Nahverkehr zu stärken und weiß dabei die politischen Gremien hinter sich. Die Stadtverordneten befassen sich in der nächsten Sitzung mit der Angelegenheit.

          Will aufgrund der drohenden Fahrverbote die Buslinie 30 einschränken: Verkehrsdezernent Klaus Oesterling

          Mit der angekündigten Kürzung, so der Erste Stadtrat, entfalle eine von vielen Pendlern genutzte direkte Verbindung in die Frankfurter Innenstadt. Und die Erfahrung zeige, dass Pendler Umstiege als unattraktiv empfänden. Es drohe also, das zahlreiche Fahrgäste aufs Auto umstiegen, mit der Folge, dass die ohnehin stark frequentierte Einfahrtstraße aus dem Norden Frankfurts noch stärker belastet werde.

          Wysocki rechnet auch nicht damit, dass Fahrgäste der Buslinie 30 auf die S-Bahn umsteigen, da es sich bei der Bahnverbindung um eine andere Route nach Frankfurt handele. Wie eine Kapazitätserweiterung der Straßenbahn hinzukriegen sei, erschließe sich ihm nicht. Im Berufsverkehr fahre die Buslinie im Zehn-Minuten-Takt, die Straßenbahnlinie 18 fahre alle acht Minuten. Das noch enger zu takten, dürfte kaum möglich sein, prophezeit Wysocki.

          Weitere Themen

          Debakel statt Debatte

          Zukunft der Paulskirche : Debakel statt Debatte

          So nicht: Der Auftakt zur Diskussion über die Neugestaltung der Paulskirche ist derart misslungen, dass sich grundsätzliche Fragen stellen.

          Topmeldungen

          Wegen Amazonas-Bränden : Europa droht Bolsonaro mit Blockade

          Der Streit mit Brasilien um die Waldbrände eskaliert: Finnland prüft ein Einfuhrverbot für brasilianisches Rindfleisch in die EU, Irland und Frankreich drohen, ein Handelsabkommen zu blockieren. Politiker aus Europa schießen gegen Präsident Bolsonaro.
          Hans-Georg Maaßen im CDU-Wahlkampf vor der Landtagswahl in Sachsen am 1. September

          Streit über Parteiausschluss : Maaßen dankt Schäuble für Unterstützung

          Im Streit um einen möglichen Parteiausschluss von Hans-Georg Maaßen geht Wolfgang Schäuble auf Distanz zur CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer. Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident bekennt: „Das war wohltuend.“
          Auch Sojabohnen aus Amerika werden betroffen sein.

          Importe aus Amerika : China kündigt neue Zölle an

          Von Mitte Dezember werden fast alle chinesischen Importe in die Vereinigten Staaten mit Strafzöllen belegt sein. Diese Entwicklung lässt die chinesische Regierung nicht unbeantwortet.

          Boris Johnson und Twitter : Fuß auf dem Tisch? Skandal!

          Boris Johnson legt bei Präsident Macron flegelhaft den Fuß auf den Tisch – oder war doch alles ganz anders? Warum „Footgate“ ein Beispiel für die fatale Empörungsroutine in den Netzwerken ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.