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Burger King in Rhein-Main : Keine Skandale und trotzdem Flaute

  • -Aktualisiert am

Wieder geöffnet: die Buletten-Braterei am Frankfurter Liebfrauenberg. Bild: Wolfgang Eilmes

Die Insolvenz der Burger-King-Filialen in der Region ist abgewendet. Dürfen die Mitarbeiter in Rhein-Main nun auf ein Ende der Krise hoffen?

          An der Frittenbude auf der anderen Straßenseite stehen drei Kunden an, die Theke im Burger King aber ist verwaist. Um kurz vor 19 Uhr sitzen knapp zwei Dutzend Gäste in dem Restaurant an der Mainzer Landstraße, das mit anderthalb Etagen zu den größeren in Frankfurt zählt. Auf den abgewetzten grauen Lederbänken in der Mitte hat eine Gruppe junger Männer mit kurzen Haaren Platz genommen, ein paar leere Tische weiter ein Mann, dessen Haare schon grau sind und der seine Sachen in einer abgetragenen Plastiktüte mitnimmt, als er den Laden verlässt. Er hat bloß einen Kaffee getrunken. Auch die meisten anderen trinken Kaffee, manche unterhalten sich, neben ihnen stehen Tabletts mit längst geleerten Cola-Bechern. Immerhin: Drei Kunden essen Burger.

          „Es ist nicht mehr der Ansturm wie früher“, sagt Filiz Mahner, die in der Gastronomie-Gewerkschaft NGG Ansprechpartnerin für die Burger-King-Mitarbeiter der Region ist. Auch in anderen Filialen in Frankfurt beobachte sie das. Früher, das ist die Zeit vor dem 19.November 2014, als Burger King Deutschland der Yi-Ko-Holding die Lizenz entzog, sodass alle 89 Filialen, die die Holding über eine Tochtergesellschaft in Süd- und Westdeutschland betreibt, schließen mussten. Grund waren wiederkehrende Skandale um Hygiene und Arbeitsbedingung bei Yi-Ko, die unter anderem durch eine RTL-Reportage des Journalisten Günter Wallraff im Mai vorigen Jahres aufgedeckt wurden.

          Lizenzentzug und Insolvenz

          Kurz nachdem Burger King Deutschland der Yi-Ko-Tochter, die verwirrender Weise Burger King GmbH heißt, die Lizenz entzogen hatte, musste diese Tochter Insolvenz anmelden. In Frankfurt schlossen daher neben dem Restaurant an der Mainzer Landstraße auch die Filialen an der Liebfrauenstraße, der Hanauer Landstraße sowie im Hessen-Center und an der Borsigallee ihre Türen. Auch in Mainz und Wiesbaden mussten die Restaurants, die von der Yi-Ko-Tocher betrieben wurden, das Braten einstellen.

          Von Mitte Dezember an durften die Yi-Ko-Restaurants dann wieder Whopper und Fritten verkaufen, weil der Insolvenzverwalter eine Lizenz von Burger King erhielt, um einen Neustart mit einem anderen Franchisenehmer nicht zu verbauen. Dennoch bleiben viele Kunden weg, was auch der zuständige Bereichsleiter des Franchisenehmers in der Region bestätigt.

          Finanzspritze für Yi-Ko

          Bis sich alles normalisiert, kann es dauern. Betriebsräte sprechen nach Angaben der NGG in solchen Fällen von rund einem halben Jahr. Was aber, wenn die Filialen nun abermals geschlossen werden müssten? Möglich wäre das. Denn Alexander Kolobov, der alleinige Gesellschafter der Yi-Ko-Holding, hat Ende Januar der Tochtergesellschaft eine Finanzspritze von 15 Millionen Euro verpasst und den Insolvenzantrag zurückgezogen – ohne Burger King Deutschland in die Entscheidung einzubeziehen.

          Nun fehlt ihm eigentlich die Lizenz, die Lokale weiterhin als Burger-King-Filialen zu betreiben, und die Fast-Food-Kette könnte wie beim vorigen Mal eine einstweilige Verfügung erwirken. Von Burger King Deutschland heißt es dazu auf Anfrage, es sei „oberste Priorität, eine Schließung zu vermeiden“. Dennoch hält man an dem Ziel fest „die Restaurants in eine neue Eigentümer- und Managementstruktur zu überführen“. Man sähe es also am liebsten, wenn Kolobov die Filialen an einen anderen Franchisenehmer verkaufen würde.

          Gewerkschaft hat Grund zu hoffen

          Kolobov selbst ließ den Mitarbeitern seiner Restaurants durch einen Rundbrief des neuen Geschäftsführers Ingo Voigt mitteilen, man wolle den Fortbestand aller Geschäfte sichern, keine Arbeitsplätze riskieren und im Laufe der ersten Februarwoche sämtliche offenen Forderungen begleichen und damit allen zeigen, „dass das Unternehmen gut aufgestellt ist“. Zudem soll es eine Bonuszahlung für die Mitarbeiter geben.

          Außer einer Erneuerung der Lizenz oder dem Verkauf an einen anderen Burger-King-Franchisenehmer wäre theoretisch auch möglich, dass sich Kolobov einer anderen Kette anschließt. Hiefür gibt es aber bislang keinerlei Hinweise. Für die Gewerkschaft sind die Entwicklungen – bei aller Ungewissheit, wie sich Yi-Ko und Burger King Deutschland einigen werden – ein Grund zu hoffen. Zum einen, weil sowohl Kolobov als auch Burger King bekunden, die Filialen weiterführen zu wollen, und zum anderen, weil es nun realistisch scheint, die ausstehende Zahlungen von Gehalt und Weihnachtsgeld in vollem Umfang zu bekommen. Glaubt man dem neuen Geschäftsführer, dann soll es mit den Zahlungen in Zukunft besser laufen. In einer internen Mail von Voigt heißt es: „Mitarbeiter-Gehälter sind keine Kosten, sondern Investitionen in die Zukunft des Unternehmens.“ Die NGG-Sekretärin Mahner sagt: „Der ein oder andere hofft, dass die Dinge nun besser laufen.“

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