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Ergebnisse der Bundestagswahl : CDU in Hessen deutlich hinter der SPD

Bedröppelte Blicke: Katja Leikert (rechts), CDU-Kandidatin in Hanau, schaut auf die ersten Auszählungsergebnisse aus ihrem Wahlkreis. Bild: Maximilian von Lachner

In Hessen verliert die CDU besonders stark. Besonders im Ballungsraum Rhein-Main muss sie bei der Bundestagswahl schwere Verluste hinnehmen. Mehrere Wahlkreise fallen von der Union an die Sozialdemokraten.

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          Die CDU hat bei der Bundestagswahl am Sonntag in Hessen weitaus schlechter abgeschnitten als vor vier Jahren. Nach dem Auszählungsstand gegen Mitternacht verlor sie in Hessen acht Prozentpunkte und kam noch auf 23 Prozent, während die SPD vier Punkte zulegte und 29 Prozent erreichte. Die Grünen gewannen sechs Punkte hinzu und kamen auf 15 Prozent, die FDP wiederum erzielte mit 13 Prozent ein um einen Punkt besseres Ergebnis als 2017. Die AfD verlor drei Prozentpunkte und kam auf neun Prozent, die Linke gab vier Punkte ab und landete bei nur noch vier Prozent.

          Manfred Köhler
          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Von den 15 Wahlkreisen des Rhein-Main-Gebiets, die durchweg von CDU-Politikern vertreten worden waren, fielen an diesem Sonntag noch fünf an die Union, der Hochtaunuskreis, der Wahlkreis Rheingau-Taunus-Limburg, Wiesbaden, Main-Taunus und Bergstraße. Hingegen siegten SPD-Politiker im Main-Kinzig-Kreis, in der Wetterau, in Hanau, im Wahlkreis Frankfurt I, in Groß-Gerau, in Darmstadt, im Odenwald und im Wahlkreis Mainz. Erstmals ging derweil ein hessischer Wahlkreis direkt an einen Kandidaten der Grünen. Omid Nouripour sicherte sich das Direktmandat im Wahlkreis Frankfurt II.

          Die CDU hat bei der Bundestagswahl am Sonntag im Rhein-Main-Gebiet weitaus schlechter abgeschnitten als vor vier Jahren. Von den 15 Wahlkreisen des Rhein-Main-Gebiets, die 2017 alle von der Union gewonnen waren, fallen nach den Zwischenergebnissen Stand 22 Uhr neun an die SPD und einer an die Grünen, während die CDU nur fünf verteidigen kann.

          Im Wahlkreis Offenbach verlor die CDU acht Prozentpunkte und kam nur noch auf 22 Prozent. Im Wahlkreis Groß-Gerau rutschte sie von 31 auf 21 Prozent. Im Wahlkreis Darmstadt fiel sie sogar auf 18 Prozent nach 27 Prozent vor vier Jahren. Umgekehrt konnten SPD und Grünen jeweils zulegen, im Wahlkreis Offenbach zum Beispiel auf 26 und 17 Prozent, im Wahlkreis Darmstadt auf 26 und 22 Prozent. Das entspricht Zuwächsen zwischen vier und neun Prozentpunkten. Die FDP konnte in diesen Wahlkreisen ihre Stimmenanteile mit 13 und 12 Prozent leicht ausbauen.

          Die Verschiebungen bei den beiden größeren Parteien haben auch Folgen bei der Frage, wer die Wahlkreise im Bundestag vertritt. Im Wahlkreis Darmstadt, der auch das Umland umfasst, hat sich Andreas Larem (SPD) durchgesetzt. Auf ihn entfielen gegen 21 Uhr 27,2 Prozent der Erststimmen. Auf dem zweiten Platz lag mit 23,6 Prozent Daniela Wagner (Die Grünen), während die CDU-Kandidatin Astrid Mannes nur auf 22,4 Prozent kam. Sie hatte 2017 das Wahlkreis-Mandat für die CDU errungen.

          Sieger: Lennard Oehl von der SPD hat sich gegen Titelverteidigerin Katja Leikert von der CDU im Wahlkreis Hanau durchgesetzt
          Sieger: Lennard Oehl von der SPD hat sich gegen Titelverteidigerin Katja Leikert von der CDU im Wahlkreis Hanau durchgesetzt : Bild: Marcus Kaufhold

          Im Wahlkreis Groß-Gerau sicherte sich die SPD-Kandidatin Melanie Wegling vor Stefan Sauer (CDU)rang eins. Er hatte den Wahlkreis 2017 knapp gewonnen. Knapp hingegen war das Ergebnis im Wahlkreis Offenbach sein. Der CDU-Kandidat Björn Simon setzte sich gegen seinen Konkurrenten von der SPD, Tuna Firat durch. Die beiden waren schon 2017 gegeneinander angetreten, damals hatte sich der Christdemokrat Simon gegen Firat durchgesetzt.

          Den Wahlkreis Mainz wird der 26 Jahre alte Daniel Baldy vertreten. Er kam nach Auszählung nahezu aller Wahlbezirke auf 24,9 Prozent der Erststimmen, während auf die CDU-Kandidatin Ursula Groden-Kranich, die den Wahlkreis bisher vertreten hatte, lediglich 23,6 Prozent entfielen. Zuletzt hatte die SPD diesen Wahlkreis, der sich entlang des Rheins erstreckt und auch Teile des Landkreises Mainz-Bingen einschließt, vor 16 Jahren geholt.

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