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Bundestagskandidat : CDU folgt in Darmstadt Stoibers Empfehlung

  • -Aktualisiert am

Charles M. Huber. Bild: ullstein bild

Der Schauspieler Charles M. Huber soll in den Bundestag einziehen.

          Den einst großen Vorsitzenden der Schwesterpartei, Edmund Stoiber, haben die CDU-Vorsitzenden von Darmstadt und dem Kreis Darmstadt-Dieburg gestern zitiert: „Der Mann muss für die CSU in den Bundestag.“ Gemeint ist Charles M. Huber, der den früheren bayerischen Ministerpräsidenten einst in Talkshows mit klaren Wertvorstellungen für sich eingenommen hatte.

          Nun hat die CDU den CSU-Mann Huber aus München abgeworben und will ihn selbst für den Wahlkreis 186 (Darmstadt) nach Berlin schicken. Zwar hatte Huber bisher kein politisches Mandat, doch der Bekanntheitsgrad hat die südhessische CDU wohl von seiner Eignung überzeugt. Huber war der erste schwarze Kommissar im deutschen Fernsehen, verkörperte in 125 Folgen den Inspektor Henry Johnson in der Serie „Der Alte“. Die CDU hofft, vom bewegtem bunten Leben des Schauspielers zu profitieren: Er wuchs als Sohn eines senegalesischen Diplomaten und einer deutschen Mutter in Niederbayern auf, berichtete darüber in der vielbeachteten Autobiografie „Ein Niederbayer im Senegal. Mein Leben zwischen zwei Welten“. Interkulturelle Kommunikation und Investitionen in der Dritten Welt sind Themen des 56 Jahre alten Schauspielers, der Zahntechnik gelernt und einst auch der SPD angehört hat.

          Findungskommission

          Der Wahlkreis ist umkämpft, siegte doch vor vier Jahren die frühere Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) mit 45 Stimmen Vorsprung vor Andreas Storm, inzwischen Sozialminister im Saarland. Huber gibt nicht vor, von Darmstadt und Umgebung viel zu wissen.

          Eine Findungskommission um die frühere Kultusministerin Karin Wolff war auf ihn gekommen. Am Mittwoch sprachen sich rund 50 Vorstandsmitglieder aus Darmstadt und dem westlichen Landkreis einstimmig für ihn aus. Wolff zufolge schaute die CDU eigene gute Kandidaten genau an. Aber dann fiel die Entscheidung doch im Stoiberschen Sinne. Der Nominierungsparteitag am 30. Oktober wird dazu nicken.

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