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Platz für DFB-Akademie : BGH lässt Zwangsräumung des Rennbahngeländes zu

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Ende Gelände: Das Rennbahnareal in Frankfurt wird am Donnerstag geräumt - nun will der Rennclub aber Geld von der Betreiberfirma Bild: Helmut Fricke

Wo früher Pferde galoppierten, soll künftig eine Leistungsakademie des DFB entstehen. Am Donnerstag wird das Gelände geräumt. Ein Versuch des Rennklubs, das Vorhaben in letzter Minute aufzuhalten, ist gescheitert. Doch der Klub will noch nicht klein beigeben.

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          Juristisch gibt es keine Hindernisse mehr für die Zwangsräumung des Geländes der Frankfurter Galopprennbahn: Einen Tag vor der geplanten Räumung hat der Bundesgerichtshof (BGH) den Antrag auf einstweilige Einstellung der Räumung zurückgewiesen. Der Antrag des Rennklubs sei „nicht begründet“, hieß es in der am Mittwoch veröffentlichten Begründung des Gerichts.

          Bei der Entscheidung der Richter spielten nicht nur die vorangegangenen Urteile eine Rolle, sondern auch die „erheblichen materiellen Folgen“, mit denen die Stadt Frankfurt rechnen müsse, falls es nicht zu einer zeitnahen Räumung des Rennbahngeländes komme.

          Mehrere Gerichte beschäftigt

          Der Frankfurter Sportdezernent Markus Frank (CDU) zeigte sich über die Entscheidung „hoch zufrieden“. „Das ist ein wichtiges Aufbruchssignal, dass die DFB-Akademie nach Frankfurt kommt“, sagte er. Die Stadt plant die Zwangsräumung für diesen Donnerstag.

          Das Frankfurter Oberlandesgericht (OLG) hatte im Juli den Einspruch des Rennklubs gegen die Räumungsklage der Stadt abgelehnt. Gegen dieses Urteil hat der Rennklub Revision eingelegt und zudem Vollstreckungsschutz beantragt. Auf dem Gelände der Frankfurter Galopprennbahn soll eine Leistungsakademie des Deutschen Fußballbund (DFB) entstehen.

          Eigentlich sollte mit dem Bau bereits im vergangenen Jahr begonnen werden, die Übergabe des Geländes verzögerte sich jedoch wegen des Rechtsstreits zwischen Stadt und Rennklub, der mittlerweile mehrere Gerichte beschäftigt.

          „Ohne uns gibt es keine DFB-Akademie“, betonte hingegen Carl Philip Graf zu Solms, der Schatzmeister des Rennklubs. Der Klub werde zwar am Donnerstag seine Geschäftsstelle herausgeben, verweise aber auf die laufenden juristischen Verfahren über andere Immobilien auf dem Rennbahngelände, über die noch nicht entschieden sei. Über den BGH-Beschluss müssten nun erst einmal die Rechtsanwälte beraten, sagte er.

          Rennclub will Geld von Betreibergesellschaft

          Der Frankfurter Rennklub verlangt von der städtischen Rennbahn-Betreibergesellschaft die Zahlung von 100 000 Euro aus der Abwicklung des Rennbahn-Geländes. Eine entsprechende Klage reichten die Rechtsanwälte des Vereins am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht Frankfurt ein. Ursprünglich war es in dem Prozess lediglich um Auskünfte gegangen, die der Rennklub von der Gesellschaft über Zahlungseingänge von Sponsorengeldern oder Spenden verlangte.

          In einem ersten Prozess hatte ihm das Landgericht diese Ansprüche jedoch nicht gewährt. Auch die Richter des OLG ließen beim Berufungsprozess am Mittwoch erkennen, dass sie für Auskunftsansprüche keine Rechtsgrundlage sehen. Über die Zahlungsklage äußerte sich der Gerichtsvorsitzende noch nicht. Der Rennklub begründete diese Klageerweiterung mit der Zahlung von rund 2,9 Millionen Euro an den früheren Teilhaber der Betreibergesellschaft für die Übertragung seiner Anteile und den Ersatz für Investitionen. Bei der Abwicklung dieses Geschäfts sei der Rennklub übergangen worden, hieß es in dem Prozess.

          Der Zivilsenat wird voraussichtlich am 1. November ein Urteil verkünden. (dpa)

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