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Open Books bei der Buchmesse : Kohlgeruch und Brötchengeschmack

Zugeschaltet: Mary Lawson, Waubgeshig Rice und Naomi Fontaine (von links oben im Uhrzeigersinn) konnten nur virtuell dabei sein, Kim Thúy kam nach Frankfurt. Bild: Kolb, Marie-Luise

Fünf Lesungen, acht Autoren: Ein Rundgang am ersten Tag des Festivals „Open Books“ – mit Eva Menasse, Herfried Münkler, Heinz Rudolf Kunze und vier Kanadiern, von denen nur eine in Frankfurt sein kann.

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          Um kurz vor sechs wird es im Frankfurter Kunstverein hektisch. Anne Hashagen sitzt auf der Bühne, bereit, mit dem Gespräch über das Buch zu beginnen, das sie zusammen mit dem Philosophen Riccardo Manzotti geschrieben hat. Aber das Publikum ist es noch nicht. Gast um Gast kommt kurz auf knapp durch die Gassen der neuen Altstadt herangestürmt, zeigt an der Tür schnell den 3-G-Nachweis vor, Open-Books-Mitarbeiter rücken zusätzliche Stühle mit dem gebührenden Abstand zurecht. Eine Frau futtert noch schnell ihr Brötchen auf, auch ihre nichts essende Nachbarin hat die Maske heruntergezogen, genervt davon, dass sie hier trotzdem getragen werden muss, weil der Raum doch ziemlich klein ist.

          Anna-Sophia Lang
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Zur selben Zeit unterhält sich Eva Menasse mit ihrem Moderator Ulrich Sonnenschein in der Evangelischen Akademie darüber, was für ein heikler Moment die Suche nach dem Einstieg in einen neuen Roman ist. Dann soll Menasse, die später auch noch zu „Literatur im Römer“ hinüberwechselt, etwas lesen. Sie muss erst einmal blättern: „Ich habe mir im Zug ein paar Stellen markiert.“ Eines, sagt sie, habe sie an den Rezensionen zu „Dunkelblum“ gestört – dass falsch Bezug genommen worden sei auf den Ort Rechnitz im Burgenland, an dem sich ihr Roman orientiert. Ständig sei behauptet worden, das Massaker an Zwangsarbeitern im März 1945 sei nicht gut erforscht. Oder die Journalisten hätten sich nur an einem boulevardesken Bericht orientiert. „Man soll genau sein, wenn man über solche Dinge schreibt“, sagt Menasse und bezieht das auch auf ihren Roman.

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