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Buchmesse : Ohne Frankfurt geht es nicht

  • -Aktualisiert am

Gerade in der digitalen Welt bleibt die Buchmesse unverzichtbar. Bild: Frank Röth

In Frankfurt kann man mit Büchern die besten Geschäfte machen, indem man sich viele Freunde macht. Ohne Frankfurt geht es nicht, meint Florian Balke.

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          Man kann der Meinung sein, auf der Frankfurter Buchmesse drehe sich jedes Jahr im Oktober alles um das Geschäft. Ebenso gut kann man die größte Bücherschau der Welt aber auch ganz anders sehen. Daran ließ Gottfried Honnefelder, Vorsteher des die Messe ausrichtenden Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, bei der Eröffnung der 59. Ausgabe keinen Zweifel. Am Morgen lobte er die Buchmesse als Ort der Zusammenkunft und meinte, es sei das Authentische der Messe, das die Angehörigen des weltweiten Literaturbetriebs jedes Jahr dazu veranlasse, für fünf Tage an ein und demselben Ort zusammenzulaufen. Am Abend fügte er hinzu, je digitaler die Welt werde, desto intensiver suchten die Menschen nach einem Ort, an dem sie einander sehen könnten.

          Wie Buchmessengeschäftsführer Juergen Boos begreift auch Honnefelder die Messe, auf der schon lange nicht mehr nur Bücher verkauft werden, als Forum, auf dem mit Inhalten gehandelt wird, egal, welche Form man ihnen gibt. Zu seinem Messelob angeregt hatte Honnefelder der morgendliche Vortrag des amerikanischen Verlegers Michael Cader. Dieser gibt im Internet einen vielgelesenen Newsletter für die Buchbranche heraus und hatte den anwesenden Journalisten und seinen Verlegerkollegen einige Deutlichkeiten über die Herausforderungen der Digitalisierung in die Kladde diktiert.

          Für Buchmesse unverzichtbar

          In Zeiten des Online-Buchhandels und der kostenfrei zugänglichen elektronischen Inhalte hänge der Erfolg von Autoren, Verlagen und Buchhändlern zunehmend von einer möglichst intensiven Bindung an das Publikum ab. Chancen lägen in der Aufnahme enger Beziehungen zur Leserschaft und der Fähigkeit, Aufmerksamkeit zu gewinnen.

          Die Buchmesse sieht Honnefelder zu Recht als Ort, der beides leisten kann. Wie sehr ihre Nutzer die Buchmesse als einen solchen Treffpunkt begreifen, zeigt der Gastlandauftritt der katalanischen Kultur. Rund 16 Millionen Euro gibt Katalonien für das Gastlandprogramm aus, eine der höchsten jemals für diesen Zweck aufgebrachten Summen. In Barcelona weiß man, dass in Frankfurt während der Buchmesse die Welt zu Gast ist. Hier kann man die besten Geschäfte machen, indem man sich viele Freunde macht. Ohne Frankfurt geht es nicht. Gerade in der digitalen Welt bleibt die Buchmesse unverzichtbar.

          Florian Balke
          Kulturredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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