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Buchläden in der Region : Stets sollt ihr sie befragen

  • -Aktualisiert am

In der Buchhandlung seines Vertrauens: Andreas Maier bei Bindernagel in Friedberg Bild: Harald Hugo Schröder

Es gibt sie noch, die guten Buchhandlungen, die man mit schönen Geschenken verlässt, obwohl man sie ohne eigene Ideen betreten hat. Wir haben sie besucht - und uns die besten Bücher empfehlen lassen.

          6 Min.

          Wiesbaden, Buchhandlung Vaternahm, An den Quellen 12

          Florian Balke
          Kulturredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Zum Anfang der Testreihe eine Fingerübung mit den Angehörigen der eigenen Familie. Der vierzig Jahre alte Angestellte im öffentlichen Dienst soll ein Sachbuch bekommen. Die Buchhändlerin empfiehlt Neil McGregors „Deutschland - Erinnerungen einer Nation“ (C. H. Beck, 39,95 Euro). Besonders willkommen ist der Hinweis auf das Hörbuch, das Burghart Klaußner für den Hessischen Rundfunk eingelesen hat, es bleibt an diesem und an den folgenden Tagen der einzige Hörbuchtipp (39,99 Euro). Für den Fall, dass der Verwandte den McGregor schon besitze, könne sie Eric H. Clines „1177 v. Chr. - Der erste Untergang der Zivilisation“ (Theiss, 29,95 Euro) empfehlen, ein Buch über den Fall Mykenes und Trojas. Und warum ausgerechnet das? „Weil sich alles wiederholt.“ Damit es bei Schwester und Schwager nicht nur um Verfall und Niedergang geht, bekommt die vierzig Jahre alte Berufstätige, die demnächst ein Kind erwartet, für die Elternzeit angelsächsische Unterhaltungsliteratur. Die Buchhändlerin empfiehlt „Mit Blick aufs Meer“ von Elizabeth Strout (btb), „Herz über Kopf“ von Joe Platt (rororo) und „Ganze Tage im Café“ von Sólveig Jónsdóttir (Insel, alle drei kosten je 9,99 Euro). Letzteres habe der Vertreter des Verlages ihr besonders empfohlen. Sie vertraut ihm? „Dem glaube ich. Er kennt uns gut.“

          Für die siebzig Jahre alte Leserin gehobener Romane gibt es den folgenden Tipp: Jane Gardam, „Ein untadeliger Mann“ (Hanser Berlin, 16,99 Euro). Das trifft ins Schwarze - den hat die zu Beschenkende nach der Besprechung in dieser Zeitung gerade gelesen. Außerdem empfohlen: „Sungs Laden“ (C. H. Beck, 19,95 Euro), eine „kleine friedvolle Utopie“ vietnamesischen Lebens in Berlin, und „Lady Africa“ von Paula McLain (Aufbau, 19,95 Euro), die Abenteuer einer Fliegerin, Karen Blixen taucht auch auf. Gut laufen bei Vaternahm, einer der unabhängigen Wiesbadener Buchhandlungen, die sich zur Gruppe der „Sechs Richtigen“ zusammengeschlossen haben, dieser Tage Klaus Modicks „Konzert ohne Dichter“, Dörte Hansens „Altes Land“ und Robert Seethalers „Trafikant“, wie fast überall in Deutschland. Da kann man ruhig einmal etwas anderes bestellen. Wer es auf der Internetseite der Buchhandlung von zu Hause aus erledigt, kann das Buch am nächsten Tag im Laden abholen.

          www.buchhandlung-vaternahm.de

          Mainz, Dom-Buchhandlung, Markt 24-26

          Die Buchhandlung in einem der barocken Häuser direkt am Mainzer Dom ist der richtige Ort für den Schrecken aller Eltern, Lehrer, Buchhändler und Verleger: den 16 Jahre alten Jungen, der nicht liest. Für ihn empfiehlt die Buchhändlerin zwei weniger bekannte Titel von John Green, dem Autor von „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“. Sowohl „Eine wie Alaska“ als auch „Margos Spuren“ (verschiedene Ausgaben) sind etwas älter als der Erfolgsroman und könnten beide genau das Richtige sein. Falls das Geschenk in Richtung Abenteuer und Fantasy tendieren soll, könnten sich die Percy-Jackson-Romane von Rick Riordan eignen, „Das Blut des Olymp“, der fünfte Band der Reihe, ist gerade erschienen (Carlsen, 18,99 Euro). Philipp Pullmans Longseller „Der goldene Kompass“ käme ebenfalls in Frage (diverse Ausgaben), genau wie Wolfgang Herrndorfs „Tschick“ (rororo, 8,99 Euro).

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