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„Brutale Schnelligkeit“ : Der FSV holt Odise Roshi

  • -Aktualisiert am

Manchmal konnte er jubeln: Odise Roshi (rechts). Bild: dapd

Beim 1. FC Köln aussortiert, beim FSV Frankfurt drin: Odise Roshi.

          2 Min.

          Odise Roshi war beim 1. FC Köln sogar besser als Lukas Podolski - bei den Sprints im Training. Weil keiner flinker auf den Beinen war als der Einundzwanzigjährige, gaben sie ihm am Rhein den Spitznamen „Raketen-Roshi“. Trotzdem sortierte Holger Stanislawski, der neue Trainer des Bundesliga-Absteigers, den jungen Stürmer Ende Juli aus. Die Spielklasse muss er aber nicht wechseln: Am Montag lieh ihn Zweitliga-Rivale FSV Frankfurt bis zum Saisonende aus - und das, obwohl es hieß, dass der Albaner seinen bis 2015 laufenden Vertrag in Köln am liebsten aufgelöst hätte. So soll es Kaufanfragen namhafter Vereine aus Russland, Polen und Österreich gegeben haben.

          Jetzt ist es die Aufgabe des fünfmaligen Nationalspielers, mit seinen Tempoläufen die Frankfurter Offensive zu stärken. „Odise hat eine brutale Schnelligkeit“, sagt FSV-Sportchef Uwe Stöver. Beim FC machte Roshi in der Vorsaison 20 Spiele, doch nur drei von Anfang an. Sein einziger Treffer gelang ihm beim 1:0 der Rheinländer in Kaiserslautern. Danach sagte der ehemalige Kölner Trainer Stale Solbakken: „Odise hat für zwei Minuten ein tolles Spiel gemacht. Anschließend musste er wohl zu viel darüber nachdenken, wen er in Albanien alles anrufen muss, um von seinem ersten Bundesliga-Tor zu erzählen.“ Der frühere Sportdirektor Volker Finke hatte Roshi ablösefrei verpflichtet. In seiner Heimat nennen sie den Mann mit der schwarzen Kurzhaarfrisur Ronaldo. Dem Weltklassespieler von Real Madrid sehe er ja „etwas ähnlich“, sagte Roshi in seiner Zeit in Köln.

          Zielstrebig nach vorne spielen

          Dort hätten sie sich gewünscht, der Angreifer hätte mehr nach hinten mitgearbeitet. Außerdem muss er offenbar effizienter werden. Und es gab Spiele, in denen ihm die Passsicherheit fehlte. Die Frankfurter reizt aber die Vielseitigkeit ihres Neuzugangs in der Offensive. So ist er auch auf beiden Außenbahnen einsetzbar. „In Frankfurt möchte ich Spielpraxis sammeln und helfen, meine neue Mannschaft in der Liga zu halten“, sagte Roshi. Beim FSV, der an diesem Mittwoch (18 Uhr) in Königstein ein Testspiel gegen Bayer Leverkusen absolviert, trifft er nun auf seinen Landsmann Edmond Kapllani. Der weiß seit dem 1:1 am vergangenen Sonntag zum Punktspielstart in Sandhausen, wie schwer es ist, sich vorne in Szene zu setzen. Vor allem, weil ihn kaum Zuspiele aus dem Mittelfeld erreichten. Beklagen wollte er sich am Montag aber nicht, stattdessen grinste Kapllani vielsagend und meinte: „Wir müssen uns von Spiel zu Spiel steigern.“ Noch einmal wird Nils Teixeira, der als Defensivspieler das Angriffsspiel nicht beleben konnte, auf der für ihn ungewohnten linken Außenbahn wohl nicht zum Einsatz kommen. Hier war der Unterschied zur abgelaufenen Runde am deutlichsten zu sehen. Damals hatte Marcel Gaus mit seiner Schnellig- und Wendigkeit im zweiten Saisonabschnitt Lücken in die gegnerische Verteidigung gerissen.

          Ganz im Sinne von Trainer Benno Möhlmann, der von seiner Mannschaft verlangt, zielstrebig nach vorne zu spielen. Doch als Tribünengast in Sandhausen fiel auch Gaus die „bisschen behäbige“ Spielweise der Frankfurter auf. Was kein Vorwurf war. „Aufgrund unserer Verletztenmisere waren wir eher vorsichtig und haben nicht allzu viel riskiert“, sagte er. Gaus, den eine Schambeinentzündung plagt, macht dem FSV immer größere Sorgen. Schließlich haben seine Beschwerden eher zu- als abgenommen, deswegen ist ungewiss, wann er zurückkehrt. „Auch bei Zafer Yelen sieht es nicht gut aus“, teilte Sportchef Uwe Stöver am Montag mit. Der Spielmacher, dessen Probleme am Sprunggelenk trotz einer Operation in der Sommerpause nicht behoben sind, unterzieht sich am Mittwoch im Training einem Belastungstest. „Wir schauen mal, wie weit ihn dann seine Füße tragen.“ Womöglich muss Yelen abermals operiert werden. Und vielleicht verstärkt sich der FSV an diesem Dienstag mit dem nächsten Offensivspieler.

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