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Brüder Grimm : Märchen-Jubiläum soll Touristen locken

Hessen feiert „200 Jahre Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm (hier: eine Statue zu Ehren der Brüder in der Nähe der Universität Kassel). Bild: dapd

Die Brüder Grimm sind in Steinau im Jubiläumsjahr allerorten präsent. Das Schloss hält Angebote für Prinzessinnen und Ritter bereit.

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          Im ehemaligen Amtshaus von Steinau verbrachten einst Jacob und Wilhelm Grimm ihre Jugend. Heute ist es zu einem modernen Museum umgestaltet, erst im vergangenen Frühjahr präsentierte es sich mit einem neuen, modernen musealen Konzept. Seitdem stiegen die Besucherzahlen. Etwa 20.000 Gäste fanden 2011 den Weg in der Altstadt ins Haus mit dem benachbartem heimatgeschichtlichem Museum. Im Jahr davor waren es etwa 4.000 Besucher weniger. Doch das Haus soll noch bekannter werden.

          Luise Glaser-Lotz

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          Dabei helfen soll das Jubiläum „200 Jahre Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm in diesem Jahr, das ganz Hessen beschäftigt und besonders auch die Brüder-Grimm-Stadt Steinau an der Straße. Mehrere Veranstaltungen und Ausstellungen im Brüder-Grimm-Haus ziehen sich durch das Jubiläumsjahr. Dazu zählt die Ausstellung „Otto Ubbelohde und die Literatur“ vom 8. Mai bis 5. August. Zum neunzigsten Todestag des Malers sind seine Jugendstil-Illustrationen zu den Märchen der Brüder Grimm sowie zu Werken von Eichendorff, Andersen oder Storm zu sehen. Arbeiten des Malers und Bühnenbildners Hermann Feuchter folgen vom 12. August bis 23. September, anschließend gibt es eine Ausstellung mit Fotografien von Thomas van de Scheck unter dem Motto „Neues zu den Grimmschen Märchen“. Märchennachmittage und -abende, eine Vorstellung von Rumpelstilzchen im Hof und vieles mehr werden im Jubiläumsjahr aufgeboten.

          Märchenführungen während der Sommerferien

          Märchenfiguren werden den Sommer über wieder die Stadt bevölkern. An jedem ersten Sonntag im Monat geht es in einer Märchenstadtführung, mal mit der bösen Hexe, mal mit der guten Fee, mit Frau Holle oder dem gestiefelten Kater durch die Straßen, wobei ein Besuch im Brüder-Grimm-Haus nicht fehlen darf. Treffpunkt der zweistündigen Tour ist immer um 14 Uhr am Märchenbrunnen auf dem Marktplatz „Am Kumpen“.

          Im Jubiläumsjahr werden zudem Märchenführungen während der Sommerferien sechs Wochen lang erstmals nur für Kinder angeboten. Aschenputtel, Rotkäppchen, Rumpelstilzchen und anderen Märchenfiguren begegnet das Publikum auch bei den 20. Steinauer Puppenspieltagen vom 20. September bis 10. Oktober an wechselnden Orten in Steinau. Ein Höhepunkt ist die lange Figurentheaternacht am 6. Oktober, ein anderer das Dinnertheater zum Abschluss. Den Weg ins Schloss Steinau, laut Schlösserverwaltung eines der bedeutendsten Renaissance-Schlösser Hessens, fanden im vergangenen Jahr nur rund 6.500 Besucher. Auch hier soll nach den Worten von Martin Kohlhaas von der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessens die Bilanz bald deutlich besser ausfallen. Vorgenommen hat sich die Schlösserverwaltung, den Bekanntheitsgrad der imposanten Schlossanlage zu steigern. Ansetzen will man bei den Familien. Im Schloss sollen nicht nur spezielle Kinderführungen stattfinden, sondern auch Kindergeburtstage gefeiert werden. Die Mädchen können sich im Schloss neuerdings zu Prinzessinnen verkleiden, die Jungs zu Rittern. 20 Kostüme wurden dafür angeschafft. Außerdem gibt es eine neue Ritterrüstung zum Erkunden sowie eine Kettenhaube, ein Kettenhemd und Handschuhe zum Anprobieren.

          Ein abwechslungsreiches Programm bietet auch wieder das Steinauer Marionettentheater „Die Holzköppe“, das sich mit Märchenvorstellungen bekannt gemacht hat. Das Theater will seine Bühne verstärkt regionalen Künstlern zur Verfügung stellen.

          Weitere Informationen

          www.steinau.de

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