https://www.faz.net/-gzg-96fpx

Hoffnungen nur eine „Fantasie“ : Britischer Schatzkanzler lästert über Frankfurt

  • Aktualisiert am

Die Bankentürme der Main-Metropole Frankfurt . Bild: dpa

Der Finanzplatz Frankfurt will vom nahenden Brexit profitieren. Der britische Schatzkanzler hat da eine ganz eigene Sicht auf die Dinge.

          Der britische Schatzkanzler warnt vor einer Abwanderung der Finanzindustrie nach Übersee, sollten sich Briten und Kontinentaleuropäer beim Brexit nicht einigen können. Das globale Finanzzentrum London könne nicht einfach in Frankfurt, Paris, Amsterdam oder einer anderen Stadt neu aufgebaut werden, sagte Philip Hammond am Donnerstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. „Das ist eine Fantasie, das wird nicht passieren. Der Gewinner wird New York oder Singapur sein.“

          Großbritannien und die EU verhandeln seit Monaten über die Bedingungen des britischen Ausscheidens aus der Union. Wenn das Finanzzentrum London dabei beschädigt werde, leide nicht nur Großbritannien, sondern auch die EU, warnte Hammond. „Das Risiko für Europa ist: Wenn es nicht London ist, dann wird es New York oder Singapur sein.“

          Internationale Banken haben bislang einen großen Teil ihres Geschäfts in Europa über London abgewickelt. Dieser Weg droht versperrt zu werden, wenn es zu einem „harten“ Brexit kommt. Geldhäuser verlegen deshalb bereits Personal in kontinentaleuropäische Städte. Vor allem Frankfurt gilt als Gewinner des geplanten britischen EU-Austritts. Die Schätzungen, wie viel Geschäft und Personal aus London abwandert, schwanken aber stark.

          „Der Gewinner wird New York oder Singapur sein“: Der britische Schatzkanzler Philip Hammond über mögliche Brexit-Profiteure

          Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner, der mit dem britischen Schatzkanzler zusammen auf dem Podium in Davos saß, sieht die Finanzinstitute als die Leidtragenden der Situation. Die Unsicherheit rund um den Brexit sei „einfach nur Gift“.

          Weitere Themen

          EKG für unterwegs Video-Seite öffnen

          Infarkt oder nicht? : EKG für unterwegs

          Eine App fürs Handy und ein Kabel mit Elektroden - Cardiosecur hat ein mobiles EKG entwickelt. Gründer und Geschäftsführer Markus Riemenschneider erklärt im Video, wie das Ganze funktioniert.

          Topmeldungen

          Mordfall Lübcke : Die Falle der AfD

          Die AfD ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Die Krokodilstränen über den Tod eines Repräsentanten des „Systems“, das sie aus den Angeln heben will, kann sie sich sparen.
          Qatar und kein Ende: Michel Platini muss sich jetzt der französischen Justiz erklären.

          Platini verhaftet : Auch Sarkozy saß mit am Tisch

          Nach seiner Festnahme in Nanterre lässt Michel Platini erklären, er sei „völlig unbeteiligt“. Woran? Die Spur führt zu einem Lunch mit dem Emir von Qatar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.