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Ebbelwei und Brezelbub : Der Mann mit dem Korb

Coronakonform: Damit er wieder auf Tour gehen kann, hat sich Axel Reiprich etwas einfallen lassen. Bild: Lando Hass

Brezelbuben gehören zur Ebbelweikultur wie Bembel und gerippte Gläser. Einer von ihnen ist Axel Reiprich. Nach einer Zwangspause ist er jetzt wieder unterwegs.

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          Es war einmal die heile Welt des bundesrepublikanischen Werbefernsehens, da lief ein Versicherungsvertreter mittleren Alters in adrettem Anzug und mit sauber gezogenem Scheitel über die Straße und wurde von jedermann mit freudigem Lächeln und einem „Hallo, Herr Kaiser“ gegrüßt. So ähnlich muss man es sich vorstellen, wenn Axel Reiprich über den Affentorplatz in Frankfurt-Sachsenhausen läuft. Die Bedienung im Ebbelwei-Lokal winkt ihm zu, der Wirt ruft „Hallo, Axel“ und die Gäste blicken ihn erwartungsvoll an. Doch Reiprich muss sie enttäuschen: Er ist heute nicht im Dienst. Natürlich nicht. Sonst hätte er ja seinen weißen Kittel an und seinen Korb mit Gebäck dabei.

          Matthias Trautsch

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Axel Reiprich ist Brezelbub, einer der wenigen, die es in Frankfurt noch gibt. Das „Bub“ stört den Vierundfünfzigjährige nicht, das sei schließlich Tradition. Und dass er von Gästen beim Vornamen gerufen wird, findet er auch in Ordnung. „Nur auf Pfeifen reagiere ich allergisch“, sagt er. „Man pfeift nach Hunden.“ Und noch etwas geht gar nicht: Wenn jemand in den Korb greift. Da gibt es dann schon mal, zumindest verbal, einen auf die Finger.

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