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Schönster Tag im Leben : Brautpaare haben die Wahl: Burg, Mühle oder Rathaus

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Auf Frau Ajas Spuren: Goethes Mutter war früher oft zu Gast in der Neu-Isenburger Bansamühle. Heute können sich dort Heiratswillige das Ja-Wort geben. Bild: Cornelia Sick

In zahlreichen Kommunen im Kreis Offenbach wird nicht nur im Rathaus getraut. Manchmal sind für den schönsten Tag im Leben auch dicke Wollsocken angeraten.

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          Brautpaare, die den Bund fürs Leben in Neu-Isenburg schließen wollen, haben die Qual der Wahl: Gleich an fünf Trauorten können sie sich das Jawort geben. Wie in Rathäusern üblich, steht am Sitz der Stadtverwaltung an der Hugenottenallee ein kleiner Trausaal zur Verfügung. Außerdem bietet die Stadt die historische Bansamühle und das Bürgerhaus Zeppelinheim als Kulisse für den schönsten Tag im Leben an. Darüber hinaus sind Trauungen im Mercure Hotel an der Frankfurter Straße und im Hotel Kempinski Gravenbruch möglich.

          Im vergangenen Jahr schlossen 187 Paare in Neu-Isenburg die Ehe; nach Angaben von Fachbereichsleiterin Daniela Neuhaus waren dies die meisten seit 2012. Bei der Wahl des Trauorts gab es einen klaren Favoriten: 131 Paare entschieden sich für die Bansamühle an der Bansastraße und damit für ein historisches Ambiente anstelle eines eher nüchtern anmutenden Verwaltungsbaus. 1705 errichtete der gräfliche Hofbaumeister Andreas Löber die Mühle im barocken Stil. 1766 erwarb die Frankfurter Bankiersfamilie Bansa die Löbersche Mühle, die fortan Bansamühle hieß. Zum Freundeskreis der Familie Bansa gehörten die Familien Gontard, Brentano und Willemer, die sich in der Bansamühle ebenso aufhielten wie Goethes Mutter. Wer dort heiratet, wandelt also auf den Spuren bekannter Frankfurter Persönlichkeiten. 48 Paare gaben im vergangenen Jahr dem kleinen Trauzimmer im Rathaus den Vorzug. Acht Paare wurden im Kempinski Hotel getraut.

          Rathaus am beliebtesten

          Auch andere Kommunen im Kreis Offenbach haben für Brautpaare gleich mehrere Optionen, wo sie den Bund fürs Leben schließen wollen. In Langen steht neben dem Rathaus an der Südlichen Ringstraße dafür von Mai bis September das Alte Rathaus am Wilhelm-Leuschner-Platz, ein klassizistischer Steinbau aus den Jahren 1826/1827, zur Verfügung. Außerdem finden Trauungen in der rund 600 Jahre alten Merzenmühle im Mühltal statt, die heute ein Restaurant ist. Im vergangenen Jahr erwies sich das Rathaus am beliebtesten: Von 167 Trauungen fanden dort 106 statt. 31 Paare entschieden sich für das Alte Rathaus, 30 für die Merzenmühle.

          Für 2018 dürften sich die Zahlen nicht wesentlich verändern. Nach Angaben von Klaus Treml, dem Leiter des Langener Standesamts, sind das Alte Rathaus und die Merzenmühle bei Hochzeitern von auswärts beliebt. Viele Paare wissen das alte Mühlrad der Merzenmühle und den Paddelteich im Mühltal für die Hochzeitsfotos zu schätzen. Das Alte Rathaus sei vor allem für größere Feiern geeignet: Für diesen Trauort entschieden sich gern Paare, die nicht kirchlich heiraten und daher alle Freunde und Verwandten einladen wollten, sagte Treml.

          Hochzeitsfotos vor der Burgkulisse

          In Dreieich hat der Runde Turm der Burg Hayn im Stadtteil Dreieichenhain als Trauort dem Rathaus den Rang abgelaufen. Nach den Worten von Irmtraut Hackenberg, der Leiterin des Dreieicher Standesamts, wählten im vergangenen Jahr 126 Paare den um 1180 errichteten Bergfried, um sich das Jawort zu geben. 59 Ehen wurden im Rathaus in Sprendlingen geschlossen. Von relativ gleichbleibenden Zahlen sprach Hackenberg. Für die Burganlage, die dem Geschichts- und Heimatverein Dreieichenhain gehört, spreche auch, dass man dort schöne Hochzeitsfotos machen könne. Seit 2000 bietet die Stadt Trauungen in der Burg Hayn an; dafür ist eine höhere Gebühr zu zahlen. Sowohl der Runde Turm als auch die Burgkulisse kämen „total gut an“, sagte Hackenberg. Viele auswärtige Brautpaare, die nach „etwas Besonderem“ suchten, entschieden sich für die Burg.

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