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Brain Biotechnology AG : Zwingenberger Höhenflüge

Spitzenreiter: Keine Rhein-Main-Aktie schnitt 2016 besser ab die von Jürgen Eck geführte Brain Biotechnology AG aus Zwingenberg - und die Party geht weiter Bild: Marcus Kaufhold

Der südhessische Mittelständler Brain Biotechnology ist in diesen Tagen an der Börse kaum zu stoppen. Doch aus Sicht von Analysten ist bei diesem Titel noch viel mehr drin.

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          So mancher halbwegs aufmerksame Beobachter des Börsengeschehens mag mit sich hadern: „Ach, hätte ich doch im Juni zur Aktie der Brain AG gegriffen“, könnte ein Anleger dieser Tage denken, begleitet von einem Stoßseufzer. Seit Juni hat sich der Kurs der Aktie des Zwingenberger Mittelständlers mehr als verdreifacht. Allein in den vergangenen Tagen verbesserte sich der Titel um ein Viertel.

          Thorsten Winter
          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Was macht Brain so besonders? Biotechnologie-Firmen wie Brain gelten allgemein als wachstumsstark. Die Brain Biotechnology AG hat zudem den Vorteil auf ihrer Seite, weder auf dem risikoträchtigen Feld der Wirkstoffentwicklung für Arzneien (rote Biotechnologie) tätig zu sein noch Pflanzen gentechnisch zu manipulieren (grüne Biotechnologie), was hierzulande unbeliebt ist. Die Südhessen vertreten die weiße Biotechnologie: Sie erforschen Produkte für die Industrie.

          Neues aus Bakterien und Enzymen

          Dazu gehören etwa neue Süßstoffe auf natürlicher Basis. Brain arbeitet mit Bakterien, die Vorstufen für Bioplastik erzeugen oder das Treibhausgas Kohlendioxid fressen. Hinzu kommen Eiweiße für Waschmittel, Biokraftstoffe und Vitamine. Und dabei soll es nicht bleiben. Für die Zukunft erwarten Beobachter weitere Produkte und Kooperationen mit Konzernen.

          Diese Mischung beflügelt offensichtlich die Phantasie vieler Anleger. So ist der Titel zu Wochenbeginn um bis zu 7,8 Prozent auf sein neues Hoch von 21,51 Euro geklettert; beim Börsengang vor knapp einem Jahr kostete die Aktie neun Euro. Am Mittwoch steigt er auf rund 25 Euro, im Tagesverlauf hat ihn aber eine Gegenbewegung wieder unter 21 Euro gedrückt, bei enorm hohen Umsätzen.

          Wenn es nach den Analysten der Baader Bank geht, ist lange noch nicht Schluss. Baader beobachtet Brain seit August, als die Aktie noch weniger als zehn Euro kostete, und führt den Titel seitdem als „Top Pick“, also als einen ihrer Favoriten. Obwohl sich der Kurs seitdem mehr als verdoppelt hat, ändert sich an der Beurteilung „Top Pick“ nichts, wie ein Analyst sagt.

          Ausgehend von den zehn Euro, könne sich der Kurs langfristig verzehnfachen. Dass Brain noch keine Gewinne macht und das Kurs-Umsatz-Verhältnis mit 16:1 überaus hoch erscheint, stört Baader nicht. Mit den üblichen Bewertungskriterien komme man bei Unternehmen wie Brain nicht sehr weit, heißt es.

          Die jüngsten Geschäftszahlen weisen ein moderates Wachstum aus. Die Umsätze kletterten im Geschäftsjahr 2015/16 um acht Prozent auf 22,8 Millionen Euro, die Gesamtleistung legte von 25,7 Millionen Euro auf 26,1 Millionen Euro. Dies berichtete Brain zur Monatsmitte. Demnach geht der Vorstand auch davon aus, im Geschäftsjahr 2017/18 die Gewinnschwelle zu überschreiten.

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