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Boxring Hanau : René Wellers Mission

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Die Mission soll sein Aufstieg sein: der Pforzheimer Boxer Rene Weller. Bild: dpa

Der Boxring Hanau holt sich prominente Aufstiegshilfe.

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          Solange er boxte, polarisierte er. Beim Comeback von René Weller wird es nicht anders sein. Es ist keine Rückkehr des Achtundfünfzigjährigen in den Ring, aber an den Ring. Denn der ambitionierte Boxring Hanau 09 hat den einstigen Meisterboxer gewonnen; als einen, der mithelfen soll, den Klub aus der zweiten in die erste Bundesliga zu führen. „Die Mission lautet Aufstieg“, sagt Präsident Ulrich Bittner vor dem Saisonstart am Samstag, 19 Uhr, in der Hanauer August-Schärttner-Halle. Zu den durch den Deutschen Box-Verband lizenzierten Trainern Carlo Pagana und Rainer Simon gesellt sich Weller. Seine Rolle? Mentor der Athleten und PR-Lokomotive. Als neunmaliger deutscher Meister bei den Amateuren und zweimaliger Europameister bei den Profis ist der Pforzheimer vom Fach. Von 355 Duellen als Amateur gewann er 336, von 53 Profikämpfen 50. Zusammen mit Max Herfert veröffentlichte der „schöne René“ 2003 das Buch „Boxen mit René Weller“, eine Anleitung für Einsteiger in den Boxsport. Aber einen Trainerschein hat Weller nie gemacht. Sein Alltag blieb eine Mixtur aus Sport und Show. Hauptsache auffallen blieb sein Motto, als der Boxer die Arenen, darunter die Frankfurter Festhalle, füllte. Nach der sportlichen Karriere blieb der Ehrgeiz, im Rampenlicht zu stehen. Ob Big-Brother-Container oder TV-Alm, Weller war sich für nichts zu schade.

          Das Engagement für Hanau, sofern es Bestand hat, ist je nach Intensität eine Rückbesinnung auf ein Fach, von dem der gelernte Goldschmied etwas versteht. Er war ein technisch versierter Athlet, der die Gegner mit seinen blendenden Reflexen beherrschte, einer, der mit den Fäusten zu fechten verstand wie nur wenige seiner Generation. Ein Vorbild im Ring - doch außerhalb des Seilgevierts lief längst nicht alles mustergültig. Verjährt. Nun also die Bewährungsprobe in Hanau. Die Voraussetzungen, die nach dem Rückzug des CSC Frankfurt auf fünf Starter geschrumpfte Liga zu dominieren, sind blendend. Zum Auftakt kommt BV Weimar nach Hessen, die anderen Konkurrenten sind BC Chemnitz, BSK Hannover-Seelze und BT Hanse Wismar.

          Die Verpflichtung von René Weller ist noch längst keine Garantie für den Aufstieg, aber ein Argument mehr, überhaupt wahrgenommen zu werden. Der CSC Frankfurt, dessen Boxer Hafid Bouji und Igor Teziev künftig das Hanauer Trikot überstreifen, hatte wegen des fehlenden Zuschauerzuspruchs schon nach einem Jahr zweite Bundesliga passen müssen. In Hanau drehen sie mit einem einst großen Namen am großen Rad. Laut Bittner, der sich als Medien- und Rhetorik-Profi sieht, sind schon 1500 Eintrittskarten für den Samstag verkauft. Weller zieht immer noch.

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