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Bouffier über Schäfer : „Ein großer Verlust für unser Land“

  • -Aktualisiert am

Thomas Schäfer (1966-2020) ist tot (Archivbild aus dem Jahr 2014). Bild: dpa

Der Tod von Finanzminister Thomas Schäfer erschüttert die Landespolitik. Ministerpräsident Volker Bouffier spricht davon, dass die Sorgen um die Zukunft den Minister „erdrückt“ haben könnten.

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          Mit belegter Stimme und sichtlich erschüttert sprach Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Sonntagmittag über den Tod von Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU), der sich am Samstag das Leben genommen hatte. Der Ministerpräsident stellte in seiner Rede einen Zusammenhang zwischen den Herausforderungen der Corona-Krise und dem Tod des Ministers her, der offensichtlich von den Sorgen um die Zukunft des Landes „erdrückt“ worden sei.

          Die Leiche Schäfers war am Samstagmorgen neben der ICE-Strecke in der Nähe von Hochheim im Main-Taunus-Kreis gefunden worden. Die Polizei geht aufgrund der Umstände nach eigener Aussage von einem Suizid aus.

          „Gerade ihn hätten wir in einer so schweren Zeit besonders gebraucht“, sagte Bouffier in der Staatskanzlei in Wiesbaden. Die größte Herausforderung für Hessen erfordere Besonnenheit und Tatkraft. Für beides, so der Ministerpräsident weiter, habe Schäfer gestanden. Der Finanzminister sei sich dieser Herausforderung sehr bewusst gewesen und habe buchstäblich Tag und Nacht daran gearbeitet, diese Krise finanziell und organisatorisch zu bewältigen. „Wir müssen heute davon ausgehen, dass er sich große Sorgen machte, ob es gelingen könne, die riesigen Erwartungen in der Bevölkerung, insbesondere der finanziellen Hilfen zu erfüllen“, sagte Bouffier und fügte an: „Ich muss davon ausgehen, dass ihn diese Sorgen erdrückt haben.“

          Schäfer hinterlässt eine Frau und zwei Kinder

          Schäfer habe offensichtlich keinen Ausweg mehr gefunden. „Er war verzweifelt und ging von uns“, sagte der Ministerpräsident. Er sprach davon, wie stark ihn dies erschüttere. „Ich wünsche der Frau und den Kindern, dass sie die Kraft und den Beistand finden, aus dieser schwierigen und furchtbaren Situation wieder herauszukommen“, sagte Bouffier und erinnerte daran, dass Schäfer sich um Hessen höchste Verdienste erworben habe. „Sein Tod ist auch ein großer Verlust für unser Land. Wir verlieren mit ihm eine herausragende Persönlichkeit und viele von uns einen treuen Freund und Weggefährten“, so Bouffier weiter, dem zum Schluss seiner Rede die Stimme versagte.      

          Der Tod Schäfers, der eine Frau und zwei Kinder hinterlässt, sorgte über die Parteigrenzen hinweg für Trauer und Bestürzung. Mathias Wagner, Fraktionsvorsitzender der Grünen im hessischen Landtag, sprach der Familie und den Angehörigen sein Beileid aus. „Thomas Schäfer, wie wir ihn erlebten, schätzten und mochten: Ein Mensch mitten im Leben, voller Tatendrang, klug, humorvoll und fröhlich. Wir sind von tiefer Trauer erfüllt und können nicht begreifen, was geschehen ist“, teilte Wagner mit.

          „Die Nachricht, dass Thomas Schäfer tot ist, hat mich zutiefst erschüttert. Wir alle sind fassungslos über diesen Tod und dessen tragische Umstände“, teilte die SPD-Fraktionsvorsitzende Nancy Faeser mit. „Als Politiker war Thomas Schäfer gradlinig und durchsetzungsstark, schlagfertig und humorvoll. Die seelischen Schmerzen, die der Mensch Thomas Schäfer empfunden haben muss, blieben uns leider verborgen“, sagte Faeser weiter, die Schäfers Familie ihr Beileid aussprach. 

          Trauer in Parteien und sozialen Medien

          Stefan Ruppert, Landesvorsitzender der FDP, und der Fraktionsvorsitzende der Liberalen, René Rock, äußerten Entsetzen über die Nachricht vom Tod Schäfers. „Mit Thomas Schäfer verlieren wir einen klugen, menschlichen, humorvollen und kompetenten Kollegen. Er war eine der prägenden Persönlichkeiten der hessischen Landespolitik des letzten Jahrzehnts“, teilte die FDP-Spitze mit. Es sei unvorstellbar, dass er nicht mehr da sei. Die AfD-Fraktion meldete sich noch Samstagnacht und erklärte, um Schäfer zu trauern. „Wir alle haben Thomas Schäfer am Dienstag noch im Plenum erlebt, Die Plötzlichkeit seines Todes geht uns sehr nahe“, schrieb der Fraktionsvorsitzende Robert Lambrou, der Schäfers Familie „in dieser schweren Zeit „Halt und Zuversicht“ wünschte.

          Auch die Fraktionsvorsitzende der hessischen Linken, Janine Wissler, und der Landesvorsitzende Jan Schalauske zeigten sich „zutiefst geschockt“ von der Nachricht. „Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei den Angehörigen und der Familie Thomas Schäfers“, teilten sie mit und sprachen den Hinterbliebenen ihr Beileid aus. „Mir fehlen die Worte, um meine Gefühle zu beschreiben“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Boddenberg, der mit Schäfer nach eigener Aussage einen großartigen Kollegen und einen guten Freund verloren habe. „Ich werde Thomas Schäfer sehr vermissen und fühle mit seiner Frau und seinen Kindern“, so Boddenberg weiter. Landtagspräsident Boris Rhein (CDU), hatte sich ebenfalls noch in der Nacht gemeldet und seine Fassungslosigkeit zum Ausdruck gebracht. „Ich bin erschüttert, die Nachricht vom Tode meines Freundes erfüllt mich mit tiefer Traurigkeit“, äußerte sich Rhein.

          In den sozialen Medien und vor allem auf Facebook bekundeten noch in der Nacht auf Sonntag hunderte Bürger aus Hessen ihr Mitgefühl und ihre Trauer über den Tod des Finanzministers. Der Facebook-Account Schäfers zeigte am Sonntagmorgen ein schwarz-weiß Foto des Finanzministers. Viele seiner Facebook-Kontakte, darunter enge Freunde und Weggefährte, posteten Fotos mit einer Kerze, um ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen.


          Hilfe bei Suizidgedanken

          Wenn Sie daran denken, sich das Leben zu nehmen, versuchen Sie, mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Es gibt eine Vielzahl von Hilfsangeboten, bei denen Sie – auch anonym – mit anderen Menschen über Ihre Gedanken sprechen können.

          Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.

          Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222.
          Der Anruf bei der Telefonseelsorge ist nicht nur kostenfrei, er taucht auch nicht auf der Telefonrechnung auf, ebenso nicht im Einzelverbindungsnachweis.

          Ebenfalls von der Telefonseelsorge kommt das Angebot eines Hilfe-Chats. Die Anmeldung erfolgt auf der Webseite der Telefonseelsorge. Den Chatraum kann man auch ohne vereinbarten Termin betreten, mit etwas Glück ist ein Berater frei. In jedem Fall klappt es mit einem gebuchten Termin.

          Das dritte Angebot der Telefonseelsorge ist die Möglichkeit der E-Mail-Beratung. Auf der Seite der Telefonseelsorge melden Sie sich an und können Ihre Nachrichten schreiben und Antworten der Berater lesen. So taucht der E-Mail-Verkehr nicht in Ihren normalen Postfächern auf.

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