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30-Millionen-Euro-Deal : Mainzer Rekordeinnahme

Abschied mit Ansage: Abdou Diallo wechselt wie erwartet zu Borussia Dortmund. Bild: dpa

Abdou Diallo wechselt nach nur einer Saison bei den Rheinhessen zu Borussia Dortmund. Der Franzose beschert dem Bundesligaklub wohl mehr als 30 Millionen Euro.

          Tore, Punkte, Tabellenplätze sind die eine, sportlich entscheidende Währung im Sport. An ihnen wird der Erfolg der Verantwortlichen im Fußball maßgeblich gemessen. Und dann gibt es noch das liebe Geld. Bei Fußballmanagern ist dabei die Transferbilanz ein Bewertungskriterium für ihre Arbeit. Diesbezüglich dürfte Rouven Schröder auf absehbare Zeit nicht mehr allzu große Sorgen haben. Nachdem am Dienstag wie erwartet der Wechsel von Abdou Diallo zu Borussia Dortmund besiegelt worden ist, hat sich Schröders Plus bei den Transfers aus seinen bald zwei Jahren Diensten des Bundesliga-Vierzehnten der Vorsaison erheblich erhöht: Borussia Dortmund hat einer Zahlung von annähernd 30 Millionen Euro für Diallo zugestimmt, zu der vertraglich vereinbart noch weitere Millionen hinzukommen, wenn Diallo in Dortmund die erhoffte sportliche Entwicklung nehmen oder während der Vertragslaufzeit von fünf Jahren gewinnbringend weiter veräußert werden sollte. Der 22 Jahre alte Franzose war vor einem Jahr für fünf Millionen Euro vom AS Monaco nach Mainz gewechselt und stand noch bis 2021 unter Vertrag. Diallo, der für Mainz 05 in 27 Bundesligaspielen als Innen- und Linksverteidiger zwei Tore erzielt hatte, wird somit zum zweitteuersten Defensivspieler der Bundesliga nach Mats Hummels.

          „Es war nicht unser Plan, Abdou Diallo schon in diesem Sommer abzugeben. Er war in der vergangenen Saison ein absoluter Leistungsträger und eine Konstante in der Abwehr, dessen Potential wir gern noch weiterentwickelt hätten“, sagt Schröder. „Allerdings hat uns Abdou nach Saisonende klar signalisiert, dass er seine Zukunft definitiv nicht mehr in Mainz, sondern letztendlich in Dortmund sieht. Wir haben daher diesem Transfer zugestimmt, auch weil für uns wenigstens die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen und wir unseren Verein dadurch generell weiterentwickeln können.“ Offenkundig lag Diallo, der Kapitän der französischen U21-Nationalmannschaft ist, den Mainzer Verantwortlichen seit dem die Klasse sichernden 2:1-Sieg der Rheinhessen beim BVB am vorletzten Spieltag der vergangenen Saison ständig mit dem Wunsch in den Ohren, die Freigabe für den Champions-League-Klub erhalten zu dürfen. Diallo soll noch in Dortmund von der besonderen Atmosphäre im größten Bundesligastadion geschwärmt und seinen Wunsch geäußert haben, ins Ruhrgebiet wechseln zu dürfen. Zudem soll er ein Wunschspieler des neuen Trainers Lucien Favre sein, der aus seiner Zeit in Nizza Kenntnisse bezüglich französischer Talente besitzen dürfte.

          Neue Dimension für Mainz 05

          Mit dem Transfer stößt Mainz 05 in eine neue Dimension vor, nachdem bislang der spätere Weltmeister André Schürrle mit gut der Hälfte des Diallo-Betrags als größter Einnahmeposten in den Büchern steht. Auch wenn von dem vielen Geld ein nicht unerheblicher Teil in die Taschen von Beratern und Vermittlern fließen wird, so hat Mainz 05 dennoch großen Spielraum bei den bevorstehenden Aktivitäten auf dem Transfermarkt.

          Rouven Schröder wird einen Großteil der Millionen aus den Transfers von Diallo sowie des zu Schalke 04 gewechselten Suat Serdar sowie dem bevorstehenden Verkauf von Yoshinori Muto in Neuzugänge investieren. Für sein persönliches Transferplus bleibt dann aber sicher noch die ein oder andere Million übrig, die ein Klub wie Mainz 05 freilich für die Finanzierung der Spielergehälter und auch Investitionen in die Infrastruktur benötigt.

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