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Hausärzte schlagen Alarm : „Das ist ein absolutes Chaos“

Der Piks ist noch die geringste Arbeit für Hausärzte, die jetzt wieder zahlreich in ihren Praxen impfen. Bild: Frank Röth

Es fehlt an Zeit, Personal und jetzt auch noch an BioNTech-Impfstoff. In den Praxen entlädt sich der Unmut derer, die sich boostern lassen wollen.

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          In den Hausarztpraxen rumort es nicht nur, es brodelt. Seit Wochen versucht man, dem Ansturm der Patienten gerecht zu werden, die der Aufforderung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) folgen und sich so schnell wie möglich eine dritte Impfung gegen das Coronavirus abholen wollen. Von Priorisierungen nach Alter und Dringlichkeit, wie zu Beginn des Jahres, war nur vorübergehend die Rede. Jetzt dürfen alle Erwachsenen zum Boostern kommen – und sie scheinen alle gleichzeitig zu kommen.

          Monika Ganster
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Es ist ein absolutes Chaos“, sagt Christian Sommerbrodt, Vorsitzender des Hausärzteverbands Hessen. Die Telefone stehen in den Praxen nicht still, Patienten, die nur ein Rezept brauchen, kommen persönlich vorbei, weil sonst kein Durchkommen ist. Alle anderen wollen eine Booster-Impfung, und das möglichst sofort. Die Impfallianz Hessen aus Kassenärztlicher Vereinigung, Landesärztekammer, Hausärzteverband, Apothekerkammer und -verband, Kommunalen Spitzenverbänden und Hessischem Ministerium für Soziales und Integration hat vereinbart, die Kapazitäten wieder auszubauen: „Wir werden bis spätestens 5. Dezember mindestens 400.000 Impfungen pro Woche möglich machen“, kündigt Gesundheitsminister Kai Klose (Die Grünen) an. Das sei fast das Doppelte dessen, was im Frühsommer in den Impfzentren verabreicht wurde (etwa 220.000). Die Impfbestellungen der hessischen Ärzteschaft hätten für die kommende Woche die Marke von 180.000 Impfdosen überschritten. Die niedergelassenen Ärzte sollen künftig 250.000 Impfungen je Woche übernehmen.

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