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Evakuierung in Frankfurt : „Das muss sein“

Einer, den nichts so leicht aus der Ruhe bringt: Dieter Schwetzler Bild: dpa

Anwohner sind empört, dass die Evakuierungszone in Frankfurt so weit ausgelegt wurde – und sogar mit einer Wärmebildkamera nach Menschen gesucht wird, die ihre Häuser nicht verlassen. Der Kampfmittelräumdienst hält dagegen.

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          Dieter Schwetzler hatte eine unruhige Nacht. Und das ist eigentlich nicht typisch für ihn. Der Sprengmeister, beim Regierungpräsidium Darmstadt Leiter des Kampfmittelräumdiensts, ist ein ruhiger Mensch. Einer, den nichts so leicht aus der Ruhe bringt. Das wäre in seinem Job auch nicht sonderlich ratsam. Die Aufgabe, die am Sonntag jedoch auf ihn wartet, wenn er die 1,8-Tonnen-Bombe entschärfen muss, die am Mittwoch in Frankfurt auf einer Baustelle gefunden wurde, hat es in sich. 1,4 Tonnen Sprengstoff enthält die Luftmine.

          Schwetzler, ein erfahrener Profi, sagt, es werde gut gehen. Er habe ein eingespieltes Team. Aber selbst wenn die Bombe entschärft werden kann, so bleibt die Herausforderung der größten Evakuierung, die es in Deutschland in der Nachkriegszeit je gegeben hat. Rund 60.000 Menschen müssen ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

          Gegen 20 Uhr soll die Sperrzone freigegeben werden

          Am Donnerstag gab der Krisenstab der Stadt Frankfurt die Details bekannt. Demnach müssen die Anwohner bis acht Uhr morgens ihre Häuser verlassen haben. Anschließend beginnt die Polizei, das Gebiet abzugehen und zu kontrollieren, ob sich wirklich niemand mehr in der Gefahrenzone aufhält. Auch ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera wird eingesetzt. Gegen 12 Uhr soll die Entschärfung beginnen. Eingerechnet sind dafür mehrere Stunden. Die Luftmine hat drei Zünder. Am Abend sollen dann zunächst die Patienten, die aus den Krankenhäusern im Sperrgebiet vorübergehend verlegt wurden, zurückgebracht werden. Gegen 20 Uhr soll dann die Sperrzone für alle anderen Anwohner freigegeben werden.

          Betroffen sind der nördliche Frankfurter Stadtteil Westend und ein Teil des angrenzenden Nordends – zwei der am dichtesten besiedelten Stadtteile Frankfurts. Schon am Mittwoch empörten sich Anwohner, dass die Evakuierungszone so weit ausgelegt wurde. Doch die Experten des Kampfmittelräumdiensts halten dagegen: „Das muss sein.“ Würde die Bombe detonieren, würden Gebäude im näheren Umkreis einstürzen, Häuser in der zweiten, dritten Reihe würden erheblich zerstört. Die Druckwelle, so sagen die Experten, würde sich bis zu 1,5 Kilometer weit erstrecken.

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